FilmUnion

Newsletter 04/2012

Newsletter 04/2012

Die ver.di FilmUnion will mit diesem monatlichen Newsletter für bessere Information und Transparenz bei den Beschäftigten der Produktionswirtschaft von Film- und Fernsehen sorgen. Insbesondere sollen hier film- und sozialpolitische Themen aufgegriffen werden.

Die ver.di FilmUnion bildet das gewerkschaftliche Netzwerk von Film- und Fernsehschaffenden und allen anderen Beschäftigten in Produktions-, Dienstleistungs- und Studiobetrieben. Sie tritt für Kunstfreiheit, gerechte Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung und insbesondere der Umsetzung tariflicher Bestimmungen ein. Als vorrangiges Ziel strebt sie eine integrierte Interessenvertretung dieser Filmbeschäftigten in der zergliederten Branche gegenüber Sendern, Produzenten und der Politik an:
http://filmunion.verdi.de

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  • 1. Bewegung zur verkürzten Anwartschaft ALG I

    Anhörung vom 23. April 2012 bringt deutlich Bewegung

    Die ver.di-FilmUnion hat erreicht, dass die drei Oppositionsfraktionen von SPD, Linke und Bündnis 90/Die Grünen sich der Gewerkschaftsforderung nahezu anschließen und die Regierungsfraktionen von CDU und FDP sich der Forderung immerhin annähern, was schon jetzt eine Verbesserung der sozialen Absicherung von flexibel und kurzfristig beschäftigten Film- und Kulturschaffenden bedeutet.

    Der Ausschuss für Arbeit und Soziales führte am 23. April eine öffentliche Anhörung zur geplanten Gesetzgebung der verkürzten Anwartschaftszeit zum Bezug von ALG I durch. Insgesamt zwölf Experten, darunter auch eine Vertreterin der ver.di FilmUnion, legten ihre Standpunkte dar und stellten sich den Fragen der Abgeordneten. Auch die Bundesregierung legte einen Änderungsantrag zum bestehenden Gesetz, das am 1. August 2012 ausläuft, vor. Die ver.di-FilmUnion begrüßt die Bestrebungen aller Parteien, eine verbesserte Regelung herbeiführen zu wollen.

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  • 2. Filmförderung nur bei Einhaltung des Tarifvertrages

    Förderer schweigen sich aus!

    “Die Verabredung von angemessen Gagen und Arbeitszeiten obliegt im Rahmen der Tarifverhandlungen den Tarifpartnern. Wenn trotzdem Verträge zwischen Filmschaffenden und Produzenten geschlossen werden, die sich außerhalb der Tarifabschlüsse bewegen, so ist dies eine Entscheidung des Filmschaffenden, so bedauerlich die Umstände hierfür auch sein mögen.” Dieses Zitat stammt nicht von einem Produzenten aus der Vorkriegszeit, der noch nicht begriffen hat, dass Filmschaffende bei der Berufsausübung auch Rechte besitzen, sondern von Gabriele Pfennigsdorf, Förderreferentin Fernsehfilm (Produktion, Projektentwicklung) der FilmFernsehFonds Bayer GmbH. In einer Befragung durch die online-Publikation cinearte wurden ihr und vier anderen Vertretern der größten deutschen Filmförderanstalten die Frage gestellt: “Wieso gelten Regionaleffekte und Firmensitz als Kriterien für eine Förderzusage, nicht aber die Garantie angemessener Tarifgagen und tariflicher Arbeitszeiten?” Ja, wieso eigentlich nicht?

    Die von der ver.di FilmUnion seit Jahren formulierte Forderung, eine Filmförderung immer an die Einhaltung des bestehenden Tarifvertrages für Film- und Fernsehschaffende sowie sämtlicher Schutzgesetze für Filmschaffende zu koppeln ist bislang nur eine kleine Absichtserklärung im Filmfördergesetz (FFG). Dort heißt es, dass das Gesetz auch „...der Verbesserung der Wirtschafts- und Arbeitsbedingungen der Filmschaffenden dienen solle...“

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  • 3. Die Gema gewinnt gegen YouTube eine Schlacht ...

    ... aber der Kampf geht weiter!

    In vielen Medien, u.a. in der Süddeutschen Zeitung, wurde geschrieben, das Urteil, das das Hamburger Landgericht im langwierigen und schwierigen Streit der Gema gegen YouTube Ende April gefällt hat, entschärfe den Konflikt zwischen den zwei Parteien. Das impliziert, dass nun Klarheit herrsche, was YouTube darf und was nicht, welche Rechte und Pflichten Urheberrechtsinhaber, Verwerter und Nutzer haben und welche nicht.

    Leider ist dem nicht so, im Gegenteil. Mit dem Urteil ist nur eines klar geworden, wie viel Unklarheit eigentlich wirklich herrscht auf dem Gebiet der Urheberrechtsverletzung.

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  • 4. Bavaria: »Wir wollen 5 %!«

    »Wir wollen 5 %!«
    forderten Beschäftigte auf dem Bavaria-Gelände

    Mit Pfeifen und 5 %-Tafeln erinnerten über 60 Gewerkschafter aus verschiedenen Bavaria-Filmbetrieben die Verhandlungskommission der Arbeitgebervertreter im VTFF an ihre Erwartung für einen Tarifabschluss. Dementsprechend war die mögliche Tariferhöhung auch der Schwerpunkt dieser Verhandlungsrunde. Doch mangels Verhandlungsbereitschaft des VTFF hat es keine Fortschritte über die angebotenen 2 % auf 24 Monate hinaus gegeben. Überraschenderweise hat es sogar einige Rückschritte gegeben.

    Denn die vom VTFF vorgebrachte und auch von ver.di durch eine Befragung der Mitglieder in CinePost-Betrieben bestätigte Verschiebung einer Tariferhöhung wurde durch die Geschäftsführung der CinePostproduction nun nicht mehr angenommen. Auch die ver.di-Forderungen im Manteltarif, etwa zu Sonntagszuschlägen im produktionsabhängigen Dienst und einer Aufstockung des Krankengeldes ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit, hat der VTFF komplett abgelehnt. Es sei alles zu teuer.

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  • 5. Meldungen

    Produzentenallianz befragt
    Film- und TV-Branche nach ihrer wirtschaftlichen Situation

    Nach Umfragen der ver.di-FilmUnion, des BFFS und einigen weiteren Verbänden der Film- und TV-Branche führt nun auch die Produzentenallianz mit der Produzentenstudie 2012 eine Erhebung der wirtschaftlichen Situation der Film- und Fernsehwirtschaft in Deutschland durch. Die Studie untersucht zum Beispiel, wie viele Stunden Film von deutschen Produzenten jährlich produziert werden, welche Umsätze die Film- und Fernsehproduktionswirtschaft in Deutschland pro Jahr generiert, wie viele Arbeitsplätze die Branche schafft, wie sich Herstellungskosten für deutsche Auftragsproduktionen entwickeln und wie sich die Gewinnmargen der Produzenten nach Produktionssegmenten entwickelt haben.

    „Belastbare und vor allem aktuelle wirtschaftliche Daten der Produktionsbranche sind in Verhandlungen mit der Politik, den Verwertern und den Tarifpartnern unentbehrlich“, erläutert Alexander Thies, Vorsitzender des Produzentenallianz-Gesamtvorstands, „wir erwarten, dass die Produzentenstudie genau diese Daten liefert.“

    Die Produzentenstudie wird von der Hamburg Media School und der Goldmedia GmbH im Auftrag der Filmförderungsanstalt, der Medienanstalt Berlin-Brandenburg und der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien durchgeführt und vom FilmFernsehFonds Bayern, der Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen, nordmedia, dem Medienboard Berlin- Brandenburg, der Filmförderung Hamburg/Schleswig-Holstein und der Mitteldeutschen Medienförderung gefördert. Neben der Produzentenallianz, die das Projekt von Anfang an begleitet hat, wird die Produzentenstudie auch von der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm unterstützt.


    ARD und ZDF gründen Onlinevideothek "Germany's Gold"

    Die Germany’s Gold GmbH, die die gemeinsame Onlinevideothek von ARD und ZDF betreiben wird, wurde Ende April in Berlin gegründet.

    Als kommerzielles Unternehmen muss Gemany’s Gold sich finanziell alleine tragen, Hilfeleistungen durch Rundfunkgebühren sind nicht erlaubt. Zum einen soll sich das Portal über Werbung finanzieren, zum anderen über Abos und den kostenpflichtigen Abruf einzelner Filme. Dem "Handelsblatt" sagte Alexander Coridaß, Geschäftsführer von ZDF Enterprises, dass man in zwei bis drei Jahren die Gewinnzone erreichen wolle.

    Beim Bundeskartellamt nahm das Projekt bereits im November 2011 eine erste Hürde, denn ARD und ZDF sind auf dem Fernsehwerbemarkt nicht marktbeherrschend und würden es durch den Zusammenschluss auch nicht werden. Anders verhält sich das bei RTL und ProSiebenSat.1, deren Pläne für eine gemeinsame Videothek im Stile des amerikanischen Vorreiters hulu.com, lehnte das Kartellamt glatt weg ab. Die Vorherrschaft der beiden Senderfamilien wäre zu groß.


    Aktionstag „Wert der Kreativität“ am 21. Mai: Jetzt anmelden!

    „Wert der Kreativität“ ist das Motto des diesjährigen Aktionstages „Kultur gut stärken“. Der Deutsche Kulturrat lädt ein, sich unter diesem Motto zu beteiligen und mit eigenen Beiträgen für den „Wert der Kreativität“ zu werben. Dabei können und sollen die Beiträge so vielfältig, so bunt, so unterschiedlich, so subversiv, so anarchisch, so bieder, so angepasst, so avantgardistisch, so … sein wie Kunst und Kultur eben sind. Lassen Sie uns gemeinsam am internationalen Tag für kulturelle Vielfalt, dem 21. Mai 2012, zeigen, dass der „Wert der Kreativität“ die Voraussetzung für ein lebendiges kulturelles Leben ist. Machen Sie mit!
    Mehr Infos unter: http://kulturstimmen.de/aktionsmaterial/


    Buchempfehlung: Ulli Schauen, Das WDR-Dschungelbuch
    ver.di-Mitglieder erhalten 50% Rabatt!


    Der größte deutsche Sender vergibt jedes Jahr hunderttausende Aufträge an mindestens 15.000 verschiedene externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Von diesen sind rund 1.900 arbeitnehmerähnliche Personen und beziehen Haupturlaubsentgelt. Und damit geht‘s schon los: Was heißt das. Wie wird man das. Woher kommt es. Wie kriegt man das.
    Antworten auf diese und viele andere Fragen gibt das WDR-Dschungelbuch von Ulli Schauen in Form von Comics und sehr lustigen Anekdoten und Geschichten. Lesenswert!

    Noch Jahre nach dem Erscheinen der ersten Auflage 2002 wurde das Buch per Mundpropaganda empfohlen. 2009 machte Schauen die Probe: „Wenn 200 Subskribentinnen es vorab bestellen, dann aktualisiere ich das Buch“, versprach er über die Mailingliste der freien Mitarbeiterinnen. Und so geschah es.

    Das Werk kann für 29,90 Euro in unserem Webshop bestellt werden. Versandkostenfrei. Auf Rechnung. ver.di-Mitglieder beim Senderverband WDR erhalten es von Ihrer Gewerkschaft für 14,90 Euro. Wählen Sie dazu das Buch für 14,90 Euro im Webshop aus und folgen der Anleitung in der Produktbeschreibung: http://www.wdr-dschungelbuch.de/shop/


    Film im Netz:

    Einen richtig gut gemachten Kurzanimationsfilm über das Cloud Working, das in Zukunft aus Festangestellten freie Cloud Worker machen könnte – so gerade bei IBM geplant – findet man ab sofort auf der ver.di-Homepage.

    Wir schreiben das Jahr 2020. Die Arbeitswelt hat sich gewaltig verändert. Die Menschen sind fast ausschließlich "Cloud Worker". Festanstellungen gibt es so gut wie gar nicht mehr. Die Unternehmen heuern, je nach Bedarf, ihre Arbeitskräfte über ein virtuelles Netzwerk an. Was mit der IT-Branche begann, betrifft nun nahezu alle Berufsgruppen. Ein Heer von Freelancern kämpft mit weltweiter Konkurrenz um Aufträge. Die Folge: Preisdumping. Heute verdienen die Leute ein Drittel von dem, was noch vor 10 Jahren gezahlt wurde. Ein Science Fiction über die gigantische Entwertung von Arbeit.

  • 6. Anmeldung/Impressum

    Erscheinungsdatum:
    Der ver.di-FilmUnion-Newsletter erscheint grundsätzlich am Ende eines Kalendermonats. Aus Termingründen sind Verschiebungen des Versandes nicht auszuschließen. Wenn Sie den ver.di-FilmUnion-Newsletter kostenlos erhalten wollen, melden Sie sich bitte persönlich an unter [LINK].

    Bei Fragen, Anregungen oder Kritik erreichen Sie uns unter:
    ver.di FilmUnion & connexx.av GmbH
    c/o ver.di Fachbereich Medien - Hamburg
    Olaf Hofmann
    Besenbinderhof 60 | 20097 Hamburg
    fon: 040.2858-4151, fax: 040.25328815
    mail: olaf.hofmann@connexx-av.de

    Autor und Texter der Beiträge:
    Christoph Brandl

    Redaktion:
    Olaf Hofmann

    Impressum und V.i.S.d.P.
    Dieser Newsletter wird von Wille Bartz, Geschäftsführer connexx.av GmbH, dem Projekt der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, monatlich herausgegeben.
    connexx.av GmbH
    c/o ver.di LBZ Niedersachsen
    Wille Bartz
    Goseriede 10-12 | 30159 Hannover

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