FilmUnion

Newsletter 02/2013

ver.di FilmUnion

Newsletter 02/2013

Die ver.di FilmUnion will mit diesem monatlichen Newsletter für bessere Information und Transparenz bei den Beschäftigten der Produktionswirtschaft von Film und Fernsehen sorgen. Insbesondere sollen hier film- und sozialpolitische Themen aufgegriffen werden.

Die ver.di FilmUnion bildet das gewerkschaftliche Netzwerk von Film- und Fernsehschaffenden und allen anderen Beschäftigten in Produktions-, Dienstleistungs- und Studiobetrieben. Sie tritt für Kunstfreiheit, gerechte Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung und insbesondere der Umsetzung tariflicher Bestimmungen ein. Als vorrangiges Ziel strebt sie eine integrierte Interessenvertretung dieser Filmbeschäftigten in der zergliederten Branche gegenüber Sendern, Produzenten und der Politik an.

http://filmunion.verdi.de;
http://www.connexx-av.de;
http://www.facebook.com/connexx.av

  • 1. Berlinale: Menschen machen den Film

    ver.di-Panel auf der Berlinale

    Am Sonntag, den 10. Februar 2013 fand das mittlerweile 5. Berlinale-Panel der ver.di FilmUnion statt. Podiumsteilnehmer aus ver.di, Politik und Verbänden diskutierten teils heftig über die Frage, wie denn die Produktionsbedingungen für die Menschen beim Film verbessert werden können.

    Zum Diskussionsauftakt umreißt Stefan Nowak, selbstständiger Kameramann und Mitglied des Vorstands der ver.di FilmUnion, ein scharfes Bild der Situation im non-fiktionalen Bereich: »Das größte Problem in der Branche ist, dass die Löhne seit 20 Jahren nicht erhöht worden sind. Bei Anrechnung der Inflation und der allgemeinen Teuerungsrate muss ich von einem gefühlten Kaufkraftverlust von 50 % ausgehen. Das führt auch dazu, dass ich mir als freischaffender Kameramann keine Altersvorsorge aufbauen kann«.

    ----------
    Zum Beitrag (mit Fotorückblick und Videomitschnitt)

  • 2. Bavaria Film lässt Tarifverhandlungen scheitern

    Die Haustarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und dem Film- und Fernsehproduktionsunternehmen Bavaria-Film, das mittelbar im Besitz der ARD-Sender BR, MDR, WDR, SWR und der Landesbank Bayern ist, sind nach der dritten Verhandlungsrunde am 26. Februar gescheitert.

    »Trotz erfolgreicher Geschäftstätigkeit und einer Umsatzrendite von 15 Prozent im Jahre 2012 sowie einer erwarteten Rendite von 12 Prozent für das laufende Jahr, war die Geschäftsführung, vertreten durch Matthias Esche, nicht bereit, faire Tariferhöhungen zu vereinbaren«, kritisierte ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel.

    Zum Beitrag

  • 3. Angriff auf Initiative Urheberrecht

    Computersabotage
    statt inhaltliche Auseinandersetzung ist der falsche Weg

    Mit einer so genannten Denial of Service-Attacke wurde am 12. Februar vorübergehend das Webangebot der Initiative Urheberrecht lahmgelegt. Die Initiative Urheberrecht ist ein Zusammenschluss von über 30 Urheberorganisationen und tritt dafür ein, dass Medien- und Kulturschaffende von ihrer Arbeit leben können. Ihr gehört auch die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) an.

    Unbekannte brüsteten sich unter anderem über Twitter, sich an der Attacke beteiligt zu haben. Prof. Gerhard Pfennig, der Sprecher der Initiative Urheberrecht verurteilte den Angriff: »Wer Computersabotage wählt, anstatt sich mit Argumenten einer inhaltlichen Auseinandersetzung zu stellen, disqualifiziert sich selbst.«

    http://www.urheber.info

  • 4. Mit Tarifumfrage, Setbesuchen und Tarifcheck ...

    ... in die Drehsaison starten

    Die ver.di FilmUnion beginnt die Drehsaison mit einer kurzen Umfrage zum Tarifvertrag für auf Produktionsdauer beschäftigte Film- und Fernsehschaffende (TV FFS).

    Denn dieser wird ab der 2. Jahreshälfte 2013 neu verhandelt. Die ver.di FilmUnion möchte von Filmschaffenden wissen, was ihnen besonders wichtig sind: sollen die Arbeitszeitregelungen verbessert werden, die Gagen erhöht, Teamsprecher gewählt werden oder noch etwas anderes? Und wer kann sich vorstellen, für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen an einer Aktion teilzunehmen? Sind Filmschaffende gemeinsam stark?

    Dass so etwas möglich ist, haben die SchauspielerInnen des Bundesverbandes des Film- und Fernsehschauspieler (BBFS) ja schon mal bewiesen, als sie zu einer verlängerten Mittagspause aufriefen (BFV-Newsletter 08/2011) und »Milchzähnchen zeigten« als erstes Warnzeichen.

    Aber so weit ist es noch nicht. Zuerst kommen wir in dieser Saison wieder häufiger ans Set. Mit unserer Umfrage und auch, wenn Sie meinen, wir sollten über die Arbeitsbedingungen reden. Oder wenn es doppelte Arbeitszeitbuchführung gibt.

    Und wenn Sie als Mitglied prüfen lassen wollen, ob Ihren Vertrag tarifkonform ist und den arbeitsrechtlichen Standards entspricht, dann wenden Sie sich an das nächste Standortbüro von connexx.av oder mailen Sie an: tarifcheck.film@connexx-av.de. Natürlich behandeln wir Ihre Anfragen vertraulich.

    Zur Umfrage

  • 5. KSK: Verwerter konsequent in Verantwortung nehmen

    In der wieder aufflammenden Diskussion um die Überprüfung von Unternehmen, die gegenüber der Künstlersozialkasse abgabepflichtig sind, sieht der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke, einen "durchsichtigen Versuch der Einflussnahme durch die Auftraggeberlobby, sich eines bewährten Systems zum Schutz von selbstständigen Kreativen zu entledigen".

    Da immer mehr Arbeit auf Selbstständige und in prekäre Arbeitsformen verlagert werde, sei eine genaue Überprüfung der korrekten Entrichtung von Sozialversicherungsbeiträgen durch die Rentenversicherung notwendiger denn je. Dazu gehöre auch die Zahlung der Künstlersozialabgabe. Die Initiative der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, eine Prüfung der Abgabepflichtigen als gesetzliche Aufgabe festzuschreiben, sei ebenso selbstverständlich wie begrüßenswert.

    zur ver.di-Pressemeldung

  • 6. Veranstaltungshinweise

    connexx.av und Medienforum Rhein-Main
    laden ein: Meine Homepage – mit einem Bein im Knast?

    Ein wenig Internetrecht für Webseitenbetreiber - vom Web-Impressum über Links und Frames bis zur Suchmaschinenbeeinflussung

    Referent: Rüdiger Lühr, Journalist für Urheber- und Internetrecht, mediafon-Berater

    Montag, 15. April 2013, 19:00 Uhr,
    im Café Wiesengrund, Am Weingarten 14, Frankfurt (U-Bahn Haltestelle Leipziger Straße)

    Für ver.di-Mitglieder kostenlos. Nicht-Mitglieder zahlen einen Unkostenbeitrag von 10 Euro.
    Zur besseren Planung bitten wir um Anmeldung: anja.willmann@connexx-av.de

    Zum Termin

     
    Workshop/Infotag
    "Digitales Kino" im fsk-Kino am 9. März 2013


    Von Kameramann/Filmemacher Markus Seitz und Postproduktionsspezialist Sebastian Böhm von der DCP MANUFAKTUR. Der kostenlose Workshop skizziert den kompletten Ablauf einer digitalen Kinoproduktion, Umgang mit RAW-Material, Testaufnahmen. Im Vergleich stehen die RED, die schwedische IKONOSKOP A-CAM dII und die Canon C300.

    http://www.digitaleskino.de/

     
    Die Heinrich-Böll-Stiftung Berlin
    lädt ein zum Workshop "Erfolgreich Scheitern" und zum Fest zum 25. Gründungstag des Forschungsjournals (Neue) Soziale Bewegungen am 12. März 2013

    Seit 25 Jahren bemüht sich das Forschungsjournal Soziale Bewegungen darum, dass Proteste und Partizipation als demokratischer Reformtreiber wahrgenommen werden. Es gibt wohl keine einzige Fachzeitschrift im Nachkriegs-Deutschland, die ein Vierteljahrhundert rein ehrenamtlich und ohne irgendeinen Förderer oder ein unterstützendes Institut durchgehalten hat. Diese ungewöhnliche Ausnahmeerscheinung ist zumindest ein Grund, um die 25 Jahre kritischer Bewegungs- und Protest-Publizistik zu feiern.

    http://calendar.boell.de/de/node/86527

  • 7. Meldungen

    Aus dem unsicheren Leben einer Filmschaffenden

    Sebastian Gehrmann beschreibt wie prekär beschäftigte Hochqualifizierte sich mit den Unsicherheiten des Lebens und Arbeitens arangieren. Eine davon ist die Produktionsleiterin Monika Praefke, die von sich sagt, "sie habe ,nie graue Haare bekommen, wenn ich an die Zukunft gedacht habe'." (Magazin Mitbestimmung 12/2012)

    LINK: http://www.boeckler.de/41834_41835.htm
    Auch der Artikel von Maile Rademaker beschäftigt sich mit dem "Arbeiten am Limit" der Filmschaffenden: http://www.taz.de/!111210/


    ZDF-Intendant schlägt Einstellung von ZDF Kultur vor

    ZDF-Intendant Thomas Bellut wird dem ZDF-Fernsehrat und den Bundesländern vorschlagen, den Digitalkanal ZDF Kultur in seiner jetzigen Form einzustellen. Die von der Politik geforderte Beitragsstabilität zwinge das ZDF zu Sparmaßnahmen, so Bellut am 22. Februar. Der Sender solle - bis zur endgültigen Entscheidung der Bundesländer - so rasch wie möglich auf ein Wiederholungs- und Schleifenmodell umgestellt werden. Die anerkannt innovativen Programmformate sollen von ZDF Neo und 3sat übernommen werden.
    Außerdem wurde beschlossen, weitere Plattformredaktionen zu schaffen, um Kompetenzen im Sender weiter zu bündeln und damit Synergien zu erhöhen: Die bislang von Guido Knopp geleitete Redaktion Zeitgeschichte wird mit der Redaktion, die "Terra X" produziert, zu einer Plattform Geschichte zusammengeführt. Die Service-Sendung "Volle Kanne - Service täglich" wird mit "Wiso" ebenfalls zu einer Plattformredaktion, teilte das ZDF abschließend mit.

    LINK


    Aufruhr in Los Angeles

    Während das VFX Studio Rhythm & Hues mit dem Oscar für die Spezialeffekte an Ang Lee´s "Life of Pi" ausgezeichnet wurde, demonstrierten vor dem Dolby Theater fast 500 VFX-Spezialisten und ihre Familien. Die Protestierenden trugen selbstgemalte Plakate, auf denen stand: "WE WANT A PIECE OF THE PI TOO" oder "WE MADE HULK INCREDIBLE, WE MADE SPIDERMAN AMAZING", denn nach der jüngsten Pleite mehrerer VFX-Studios stünden sie unbezahlt oder ohne Job da. Und das, obwohl sie an Filmen mitarbeiteten, die viele Millionen Dollar einspielen. Das VFX Studio Rhythm & Hues kündigte 250 Mitarbeitern fristlos, ohne die nach kalifornischem Recht gültige 60-Tage-Frist zu wahren. Die verbliebenen Mitarbeiter werden seit Wochen nicht bezahlt, obwohl sie noch Filme fertigstellen.

    Innerhalb der Branche herrscht ein starker Konkurrenzdruck, der zur Folge hat, dass die VFX-Studios sich gegenseitig bei den Preisen unterbieten. Zudem sind Entwicklung und Umsetzung von neuen Effekten kostenintensiv. Brechen dann Aufträge weg, ist dies für die Studios existenzgefährdend.

    Die Demonstranten forderten mehr Respekt von der Branche, in der sie oft nicht als Künstler anerkannt werden. So bedankte sich Regisseur Ang Lee in seiner Oscar-Rede zwar bei der Crew, die den Pool für die Wasseraufnahmen bedient hat, aber nicht mit einem Wort bei den VFX-Künstlern, die in monatelanger Arbeit aus diesem Pool einen Ozean kreierten, ganz zu schweigen von dem lebensechten Tiger, den sie erschufen. VFX-Artists haben bisher keine eigene Union und haben somit keine einheitliche Stimme in der Branche. Das soll sich jetzt ändern.

    LINK


    Dokumentar-Produzenten
    fordern Regeln für Ausschreibungen von ARD und ZDF


    Die Sektion Dokumentation in der Produzentenallianz schlägt ein klares Regelwerk mit ARD und ZDF vor, um Ausschreibungen mit wirtschaftlich vertretbaren Rahmenbedingungen zu gewährleisten. Sie schlägt vor, dass die Teilnehmerzahl der angefragten Produktionsfirmen zu beschränken, der Umfang der einzureichenden Unterlagen festzulegen, die eingereichten Vorschläge zu honorieren und auch bei Ausschreibungen das Urheberrecht zu wahren. Ohne eindeutige Regeln gerade bei Ausschreibungen können die Doku-Produzenten auf Dauer die Herstellung von hochwertigen Dokumentationen nicht garantieren.

    LINK


    Initiative NORAU
    will den Verband der Drehbuchautoren kapern

    Die Rahmenvereinbarung über Regelhonorare, die der Verband der Drehbuchautoren (VDD) mit dem ZDF abgeschlossen hat, sorgt für Verärgerung bei den Initiatoren von NORAU (= Nicht-ORganisierte Autoren), denn sie stelle die DrehbuchautorInnen schlechter als zuvor. Unter anderem wurden die bisher üblichen Wiederholungshonorare von 100% auf die Hälfte gekürzt und die Zustimmung des VDD zementiere den "Buy Out" anstelle die UrheberInnen für ihre Werke angemessen zu beteiligen, wie es das Urheberrecht verlange. Und das vor dem Hintergrund, dass es selbst erfahrenen AutorInnen kaum mehr möglich ist, dieselben Honorare zu erhalten wie vor zehn oder fünfzehn Jahren. Um gegen das ZDF-Papier vorzugehen, wollen die NORAU-AktivistInnen keinen neuen Verband zu gründen, sondern geschlossen in den VDD eintreten. Der VDD hat ca. 370 Mitglieder. NORAU will im VDD neue Mehrheitsverhältnisse schaffen und ihr Programm durchsetzen. Unterstützt wird NORAU mittlerweile von über 130 AutorInnen, darunter Friedrich Ani, Sascha Arango, Aelrun Goette, Beate Langmaack, Dominik Graf und Niki Stein.

    LINKs:


    ProSiebenSat.1 plant sechs neue Sender.

    Senderflut: Die TV-Gruppe ProSiebenSat.1 plant insgesamt sechs neue Free- und Pay-TV-Sender. Ganz vorne: ProSieben Maxx für Männer zwischen 40 und 59 will im Oktober starten. Daneben sind ein Kindersender und ein Luxus-Lifestyle-Kanal im Free-TV geplant. Im Pay-TV sollen ein Wissensprogramm, ein "ran"-Sportsender und ein Film- und Serienkanal namens "ProSieben Stars" kommen.

    Damit reagiert der TV-Konzern auf den Reichweitenrückgang seiner großen Free-TV-Sender, vor allem Sat.1 schwächelt. 2012 stieg der Konzernumsatz dennoch um 7,7 Prozent auf 2,969 Mrd Euro und der Gewinn um 34,2 Prozent auf 414,1 Mio Euro. Die Aktionäre freuen sich über 5,65 Euro Dividende pro Aktie.

  • 8. Anmeldung/Impressum

    Der ver.di-FilmUnion-Newsletter erscheint in 10-11 Ausgaben jährlich. Wenn Sie den ver.di-FilmUnion-Newsletter kostenlos erhalten wollen, melden Sie sich bitte persönlich an [LINK].

    Bei Fragen, Anregungen oder Kritik erreichen Sie uns unter:

    ver.di FilmUnion & connexx.av GmbH
    c/o ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg
    Kathlen Eggerling
    Köpenickerstr. 30 | 10179 Berlin
    fon: 030.88665416 | fax: 030.88665935
    mail: kathlen.eggerling@connexx-av.de

    Autor und Texter der Beiträge:
    Christoph Brandl

    Redaktion:
    Kathlen Eggerling

    Impressum und V.i.S.d.P.
    Dieser Newsletter wird von Barbara Scheiter, Geschäftsführerin connexx.av GmbH, dem Projekt der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, monatlich herausgegeben.


    ----------
    connexx.av GmbH
    c/o ver.di
    Barbara Scheiter
    Paula-Thiede-Ufer 10 | 10179 Berlin

    Die Internetredaktion von connexx.av ist bemüht, bei Verlinkungen stets aktuell zu sein. Für link-Änderungen auf externen Seiten, auf die unsere Artikel hinweisen, sind wir nicht verantwortlich. Sollte also ein Verweis im redaktionellen Teil nicht zur gewünschten Meldung führen, bitten wir um Nachsicht, darauf haben wir keinen Einfluss.