FilmUnion

Newsletter 01/2014

Newsletter 01/2014

vom 4. Februar 2014

Hätte dieser Newsletter einen roten Teppich, so würden wir einem Thema den Gang darüber gewähren: der Erlösbeteiligung für Urheberinnen und Schauspieler am Kinofilm. Nach dem Abschluss des Tarifvertrages und der Einigung über die Verteilung zwischen den Gewerken, die als (Mit-)Urheberinnen und Leistungsschutzberechtigte in den Genuss der Beteiligung kommen werden, informieren wir über die Inhalte dieser Vereinbarungen.

Und apropos roter Teppich, die ver.di FilmUnion lädt im Rahmen der Berlinale zum FilmFrühstück am 8.Februar 2014 und einer Infoveranstaltung zur Erlösbeteiligung am 10. Februar 2014 ein. Außerdem vergeben wir beim Deutschen Schauspielpreis gemeinsam mit dem Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler die Auszeichnung »Starker Einsatz«.

All das können Sie ab sofort auf der neuen Website der ver.di FilmUnion nachlesen:
http://filmunion.verdi.de

  • 1. Berlinale-Einladung I

    »Wem gehört welcher Anteil am Filmerfolg
    und wie wird gerecht verteilt?«


    Die ver.di FilmUnion lädt herzlich ein: wir informieren über den Tarifvertrag und die Binnenverteilung zur Erlösbeteiligung. Am Montag, den 10. Februar 2014 um 11:00 Uhr im Filmhaus, Sony Center, Saal 4. Obergeschoss am Potsdamer Platz.

    Anmeldungen an berlin@connexx-av.de

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  • 2. Berlinale-Einladung II

    ver.di FilmUnion Filmfrühstück

    Auch das FilmFrühstück der ver.di Film Union, den samstäglichen Treff in der gemütlichen Atmosphäre der Stadtklause, gibt es wieder. Herzlich eingeladen sind Mitglieder und Freunde, um bei Brunch und Cappuchino brennende Branchenfragen zu erörtern und sich auf die folgenden Berlinale-Tage einzustimmen.

    Am Samstag, den 8. Februar 2014, 11:00 Uhr in der Stadtklause, Bernburger Straße 35, 10963 Berlin, Nähe S Anhalter Bahnhof.

    Anmeldung unter: berlin@connexx-av.de

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  • 3. Filmschaffende am Erlös von Kinofilmen beteiligt

    Der mit Jahresbeginn 2014 in Kraft getretene Tarifvertrag der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und des Bundesverbands der Film- und Fernsehschauspieler BFFS mit der Produzentenallianz regelt konkret Vergütungsansprüche, die den Filmschaffenden nach den gesetzlichen Regelungen des Urhebergesetzes dem Grunde nach zustehen. Diese Vergütung wird nun zusätzlich zu den Gagen gezahlt.

    Damit wird dem Filmschaffenden eine Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg eines Kinofilms ermöglicht. Die Erlösbeteiligung wird an die kreativen Filmschaffenden aus den Berufen Regie, Kamera, Szenen-, Kostüm- und Maskenbild, Filmmontage, Animation, Tongestaltung und Schauspiel auf Grundlage der eigens hierfür entwickelten Kreativgruppenformel verteilt.

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  • 4. Kompromisse sind nötig und möglich

    Die interne Aufteilung
    der tarifvertraglichen Kinoerlösbeteiligung ist gelungen


    Zehn Jahre stritten sich die Filmkreativen heftig um das Fell eines Bären, der nicht zu fassen war, geschweige denn erlegt werden konnte. Der Streit um die gerechte Aufteilung einer Erlösbeteiligung (basierend auf dem urheberrechtlichen Anspruch einer am Verwertungserfolg angemessenen Vergütung), die weder Sender noch Produzenten gewähren wollten, erhitzte die Gemüter der Kreativverbände und trieb sie auseinander.

    Am 13. Mai letzten Jahres wurden die ersten tariflichen Erlösbeteiligungsregelungen zugunsten der Filmkreativen von ver.di FilmUnion, BFFS und Produzentenallianz unterschrieben – der Bär war endlich erlegt. Ein halbes Jahr, 11 große Sitzungsrunden und zahllose bilaterale Beratungen später, ist nun auch das Fell unter den Filmschaffenden verteilt, ohne dass die Beteiligten wie von außen kritisiert als »Kannibalen« übereinander hergefallen wären.

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  • 5. »Starker Einsatz«

    Auszeichnung für Courage im Filmalltag

    Im Rahmen der Verleihung des Deutschen Schauspielerpreises am 10. Februar 2014 wird die ver.di FilmUnion in Kooperation mit dem Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) erstmalig eine Auszeichnung für ein besonderes Engagement für die Interessen der Filmschaffenden verleihen.

    Mit dem Preis »Starker Einsatz« soll eine Person oder Personengruppe geehrt werden, die im oft schwierigen Alltag der Filmproduktion für Fairness und gute Arbeitsbedingungen sorgt, die bei Schwierigkeiten vermittelt und damit in besonderer Weise zum Gelingen eines Projektes beiträgt.

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  • 6. Demo begleitet 3. Runde Tarifverhandlungen

    Tarifverhandlungen für Film- und Fernsehschaffende

    Auch die dritte Verhandlungsrunde zwischen der in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) organisierten ver.di FilmUnion und der Produzentenallianz für die rund 23.000 Film- und Fernsehschaffenden am 15. Januar 2014 ist ohne Ergebnis geblieben. Vor Beginn der Verhandlungen hatten über 50 Filmschaffende in einer öffentlichen Aktion vor dem Verhandlungsort ihre Forderungen nach höheren Gagen sowie für gute und erträgliche Arbeits- und Produktionsbedingungen bekräftigt.

    »13 Stunden Arbeitszeit an Drehtagen sind auf Dauer nicht erträglich – hier muss sich schleunigst etwas ändern. Diese Forderung der Kolleginnen und Kollegen ist durch die eindringliche Protestaktion heute auch den Arbeitgebervertretern in der Produzentenallianz verständlich gemacht worden. Nun ist es an den Produzentenvertretern, mit uns in den Verhandlungen nach einer Lösung zu suchen, die weniger lange Drehtage vorsieht«, betonte ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel.

    Am 26. Februar 2014 werden die Verhandlungen in Berlin fortgesetzt.

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  • 7. Erster Gagen-Tarifvertrag bei Filmproduktionen

    Erster Gagen-Tarifvertrag
    für Schauspieler bei Filmproduktionen


    Der erste Tarifvertrag, der speziell die Vergütungen der über 10.000 Schauspielerinnen und Schauspieler bei Film-Dreharbeiten regelt, ist rückwirkend zum 1. Januar 2014 in Kraft getreten.

    »Für Filmschauspieler und -schauspielerinnen wird mit diesem Tarifabschluss ein Schutz vor weiter sinkenden Drehtagsgagen geschaffen. Gerade bei Berufseinsteigern war in den letzten Jahren ein Verfall der Gagenhöhen zu verzeichnen. Es ist eine oft verkannte aber bittere Realität, dass der Schauspiel-Beruf nur unterdurchschnittliche Jahreseinkommen ermöglicht. Der Grund dafür sind die sinkende Anzahl an Produktionen, Drehtagen und zu niedrige Budgets, so dass Gagen gedrückt werden. Nun sind für Fernseh-Sender und Filmproduzenten klare Grenzen für TV- und Kinofilme bei der Bezahlung von Schauspielerinnen und Schauspielern gesetzt«, erklärte der ver.di-Verhandlungsführer für den Filmbereich Matthias von Fintel.

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  • 8. Kurzmeldungen


    »Ziemlich starke Frauen« auf ZDF Neo

    ZDF Neo spricht mit »Ziemlich starke Frauen« ein wichtiges Thema an, das Miteinander von Rollstuhlfahrerinnen mit dem Rest der Welt. Über mehrere Monate wurden für das sechsteilige Format Rollstuhlfahrerinnen im Alter von 20 bis 34 Jahren in ihrem Alltag begleitet. Was wünschen sich diese jungen Frauen vom Leben? Wie wollen sie von ihrer Umgebung behandelt werden?


    Filmtipp: Das radikal Böse

    Dokumentarfilm von Stefan Ruzowitzky, Kamera: Benedict Neuenfels, digital, 96 Min D/Ö 2013

    Wie werden aus ganz normalen jungen Männern Massenmörder? Warum töten Familienväter Tag für Tag, jahrelang Frauen, Kinder und Babys? Warum verweigerten so wenige den Befehl, obwohl es ihnen freigestellt war. Wie konnten Einsatzgruppen und Soldaten im Zweiten Weltkrieg Massenexekutionen durchführen und danach zu ihren Familien als Väter und treusorgende Ehemänner zurückgehen?

    Die Fragen, die der Film aufwirft sind nicht nur retrospektiv: Herabsetzung von Bevölkerungsgruppen und Rassismus können den Weg zum Völkermord vorbereiten.

    Als Erzähltext dienen dem Filmemacher Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und Aussagen von deutschen Polizisten und Soldaten, ganz normalen Männern, die Erschießungskommandos angehörten. Junge Schauspieler wie Alexander Fehling und David Striesow geben den Tätern eine Stimme. Ergänzt mit den Aussagen renommierter Forscher, wie Père Desbois, Christopher Browning oder Robert Jay Lifton und den Ergebnissen psychologischer Experimente führt der Film hin zu »dem radikal Bösen«, einer Blaupause des Genozid.

    Das bewegende »Non-Fiction-Drama« wurde initiiert und koproduziert von Wolfgang Richter. Eine docMovie Produktion mit Aichholzer Film hergestellt mit Unterstützung von HessenInvestFilm, Österreichisches Filminstitut, DFFF, ORF (Film/Fernseh-Abkommen) in Koproduktion mit dem ZDF.


    Filmfest I:
    LICHTER Filmfest Frankfurt
    vom 25.-30. März 2014


    Das LICHTER Filmfest Frankfurt International hat seinen Ursprung in der regionalen Filmlandschaft und stellt regionale Werke vor. Darüber hinaus bietet es eine Plattform für spannende Filme aus aller Welt, die gleichzeitig der wachsenden Vernetzung der Region und der hohen Diversität des Weltkinos Rechnung trägt. 

    LICHTER ging 2008 aus der lokalen jungen Filmszene hervor. Seither hat es sich vom Fest einer eingeschworenen Gemeinde im selbstgebauten Kino eines Atelierhauses zu einem festen Bestandteil des regionalen Kulturlebens entwickelt. In diesem Jahr bietet LICHTER Filme und Veranstaltungen zum Thema »Humor«.

    http://www.lichter-filmfest.de/


    Filmfest II:
    STRANGER THAN FICTION in NRW
    noch bis zum 16. Februar 2014


    Seit dem 25. Januar 2014 bereits läuft das Dokumentarfilmfest STRANGER THAN FICTION. Bereits zum 16. Mal ermöglicht es einen vielschichtigen Einblick in das internationale und regionale Dokumentarfilmschaffen.

    Neben den bewährten Filmfestorten in Köln, Bochum und Münster sind in diesem Jahr zum zweiten Mal Dortmund und Düsseldorf und zum ersten Mal Essen und Mülheim dabei. Die beiden Programmreihen Werkstattgespräche und Dokumentarfilme aus NRW werden fortgesetzt.

    http://www.strangerthanfiction-nrw.de/


    Filmabgabe nach dem
    Filmförderungsgesetz ist verfassungsgemäß


    Mit dem Ende Januar verkündeten Urteil hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Regelungen des Filmförderungsgesetzes zur Filmabgabe verfassungsgemäß sind. Der Bund kann sich hierfür auf seine Gesetzgebungskompetenz für das Recht der Wirtschaft stützen, selbst wenn er – neben wirtschaftsbezogenen – zugleich kulturelle Zwecke verfolgt. Die Regelungen zur Filmabgabe genügen auch den verfassungsrechtlichen Anforderungen an eine Sonderabgabe mit Finanzierungsfunktion.

    Vier Kinobetreiber der UCI-Gruppe hatten dagegen geklagt, dass sie über Zwangsabgaben die Förderung des deutschen Films unterstützen müssen – obwohl für ihren Kassenerfolg vor allem der ausländische Film ausschlaggebend sei. Solche Abgaben haben die Karlsruher Richter in früheren Urteilen äußerst skeptisch beurteilt, weil sie unterbinden wollten, dass die Vielzahl der Steuern und Gebühren kreativ um neue Zahlungspflichten erweitert wird. »Dass es diesmal anders kommen würde, war also nicht von vornherein zu erwarten«, sagte Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle bei der Urteilsverkündung.


    Bavaria gibt Produktionsstandort Unterföhring auf

    Die Bavaria Studios werden ihren Standort in Unterföhring aufgeben und sich künftig auf den Standort Geiselgasteig konzentrieren. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die bislang in Unterföhring produzierten Formate sollen demnach ab sofort in die Bavaria Filmstadt ziehen. Ab Herbst werden »Leschs Kosmos«, »1, 2 oder 3« und »Aktenzeichen XY« von dem Schritt betroffen sein. Bereits ab Sommer wird der Homeshopping-Sender 1-2-3.tv aus einem Studio in Geiselgasteig senden. Einzig das Magazin »Leute heute« verbleibt wegen der Nähe zum ZDF-Landesstudio in Unterföhring.


    Berufsverband der Fernsehkameraleute (bvfk)
    führt Umfrage durch


    Die Umfrage dauert nur wenige Minuten, die Daten sollen als Grundlage für eine Analyse von Statusfragen der freien Kameraleute dienen. Sie läuft noch bis zum 15. Februar 2014.

    https://de.surveymonkey.com/s/BVFK_Sozialstatus


    Chaos Computer Club will Bundesregierung
    wegen Agententätigkeit verklagen


    Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs und Autorin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, kündigte an, gegen Mitglieder der Bundesregierung und die Präsidenten der deutschen Geheimdienste Anzeige wegen heimlicher Agententätigkeit und Beihilfe zur umfassenden Netzspionage der NSA zu erstatten. Wie das Nachrichtenportal »Heise online« berichtet, begründet Kurz diesen Schritt damit, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst eingeräumt hätten, das NSA-Programm XKeyScore zur Datenanalyse zu benutzen.

    Der Generalbundesanwalt hat noch nicht bekanntgegeben, ob er ein eigenes Verfahren einleiten werde. Kurz' Klage gegen die britische Regierung widmet sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit Priorität.

  • 9. Impressum | Abo

    Die ver.di FilmUnion will mit diesem Newsletter für bessere Information und Transparenz bei den Beschäftigten der Produktionswirtschaft von Film und Fernsehen sorgen. Insbesondere greifen wir film- und sozialpolitische Themen auf. Die ver.di FilmUnion bildet das gewerkschaftliche Netzwerk von Film- und Fernsehschaffenden und allen anderen Beschäftigten in Produktions-, Dienstleistungs- und Studiobetrieben.

    Wir treten für Kunstfreiheit, gerechte Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung und vor allem die Umsetzung tariflicher Bestimmungen ein. Als vorrangiges Ziel streben wir eine integrierte Interessenvertretung der Film- und Fernsehbeschäftigten in der zergliederten Branche gegenüber Sendern, Produzenten und der Politik an.

    Der ver.di-FilmUnion-Newsletter erscheint alle zwei Monate. Wenn Sie den ver.di-FilmUnion-Newsletter nicht mehr erhalten wollen, melden Sie ihn bitte hier ab:
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    Autor und Texter der Beiträge:
    Christoph Brandl

    Redaktion:
    Kathlen Eggerling

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