Archiv

Newsletter 02/2016

Newsletter 02/2016

vom 30. März 2016

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Terroranschläge in Brüssel am 22. März haben erneut gezeigt, wie verwundbar Europa ist. Gleichzeitig beschäftigen uns täglich die Meldungen über Flüchtlinge, die in der Türkei und Griechenland stranden, während die Europäische Union öffentlich darüber nachdenkt, wie sie ihre Außengrenzen sichert.

Umso wichtiger ist es in dieser Zeit, sich klar gegen Gewalt und Rassismus und für Toleranz und Weltoffenheit zu positionieren.

Ein breites Bündnis demokratischer Kräfte macht sich in der Allianz für Weltoffenheit für diese Werte stark, u.a. der DGB mit all seinen Mitgliedsgewerkschaften (http://www.allianz-fuer-weltoffenheit.de).

"Die Gewerkschaften stehen für freie, offene, solidarische und demokratische Gesellschaften, auch und besonders in dieser Zeit", so DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann. Ein konkretes Zeichen dafür ist der Wettbewerb "Die Gelbe Hand", den der Gewerkschaftsverein "Mach meinen Kumpel nicht an! - Für Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus e.V." seit 10 Jahren ausschreibt. Am 21. März wurden Jugendliche für ihr Engagement gegen Rassismus ausgezeichnet. Die Projekte der Ausgezeichneten zeigen: Wichtiger denn je sind Bildung und Dialog, Sozialarbeit und Schutz von Minderheiten und vor allem: Menschlichkeit.

In diesem Sinne

Eure ver.di FilmUnion
http://filmunion.verdi.de
http://www.facebook.com/connexx.av

Inhalt

  1. Erfolgreicher Abschluss TV FFS: Kürzere Arbeitszeiten und mehr Gage
  2. Deutscher Schauspielerpreis mit "Starkem Einsatz" - Vorschläge und Verlosung
  3. Am Set bei "Kommissar Marthaler"
  4. Neues Filmfördergesetz: Soziale Mindeststandards nicht berücksichtigt
  5. Interview auf nachdenkseiten.de zur Situation Medienschaffender
  6. 27. Filmfest Emden: Einreichungen noch bis 31. März möglich
  7. Filmwettbewerb zum Thema "Der bessere Mensch"
  8. Deutsch-Polnischer Filmfonds: Drei Förderprojekte ausgewählt
  9. Gemeinsam für ein faires Urhebervertragsrecht!
  10. Termine
  11. Meldungen
  12. Rechtsecke
  13. Impressum/Abo
  • 1. Erfolgreicher Abschluss TV FFS

    Erfolgreicher Abschluss TV FFS: Kürzere Arbeitszeiten und mehr Gage

    Am 1. März 2016 war der Abschluss für den Tarifvertrag für die rund 25.000 Film- und Fernsehschaffenden (TV FFS) nach der 3. Verhandlung im Kasten. Dem Verhandlungsergebnis haben die Tarifausschussmitglieder mit großer Mehrheit zugestimmt, so dass die Veränderungen ab 1. April in Kraft treten werden: Die Tarifgagen erhöhen sich um 30 Euro pro Woche ab April 2016, ab Januar 2017 erfolgt eine weitere Anhebung um drei Prozent - das ist eine Steigerung von insgesamt 5,75 Prozent. Einen Erfolg konnte ver.di auch bei der Arbeitszeit verbuchen: Künftig darf nur noch an drei von fünf Arbeitstagen über zwölf Stunden gearbeitet werden. Damit konnte seit 2010 die häufig zu lange und belastende Arbeitszeit am Filmset zum dritten Mal verkürzt werden. Die neue Regelung sieht vor, dass bei Kinoproduktionen nur noch an 60 Prozent der Drehtage 13 statt zwölf Stunden gearbeitet werden darf. Für historische TV-Eventmovies dürfen wie bisher noch an 80 Prozent der Drehtage bis zu 13 Stunden gearbeitet werden. Weniger lange Drehtage sind dagegen für bestimmte TV-Formate erreicht worden. Bei Dokumentationen gilt an 80 Prozent der Drehtage die tägliche Höchstarbeitszeit von zwölf Stunden, bei hochfrequenten Serien wie Daily-Soaps an 90 Prozent der Drehtage. Damit ist klar, dass zwölf Arbeitsstunden weiterhin die Regel bleiben, von der sehr eingeschränkt und im Rahmen der nun noch schärferen tarifvertraglichen Grenzen abgewichen werden darf. Der Gagenabschluss hat eine Laufzeit bis Ende 2017, der Manteltarifvertrag mit den verbesserten Regelungen zur Arbeitszeit bis Ende 2019.

    Weitere Einzelheiten können hier nachgelesen werden

  • 2. Starker Einsatz

    Deutscher Schauspielpreis mit "Starkem Einsatz" - Vorschläge und Verlosung

    Mit dem "Starken Einsatz", der im Rahmen des Deutschen Schauspielpreises verliehen wird, ehren die ver.di FilmUnion und der Bundesverband Schauspiel (BFFS) jene Filmschaffenden, die entscheidenden Einfluss auf die Arbeitsbedingungen haben und ihre Möglichkeiten nutzen, für Fairness, Transparenz und ein gemeinsames Verständnis am Set zu sorgen. Vorschläge mit aussagefähiger Begründung können hier gemacht werden.

    Wir verlosen für den Deutschen Schauspielpreis am 20. Mai in Berlin einige Karten. Wer an der feierlichen Preisverleihung und der Party im Anschluss teilnehmen möchte, sende bitte bis 6. April 2016 eine Mail an berlin@connexx-av.de mit dem Stichwort DSP2016.

  • 3. Setbesuch

    Am Set bei "Kommissar Marthaler"

    Bis zum 23. März fanden in Berlin, Wiesbaden und Frankfurt am Main die Dreharbeiten zum mittlerweile fünften Teil der "Kommissar Marthaler"-Reihe statt. Grund genug für die ver.di-FilmUnion West, dem Set in Frankfurt/M einen - wie sich schnell herausstellte recht erfreulichen - Besuch abzustatten. Die Produktionsfirma Akzente Film & Fernseh GmbH ist tarifgebunden und viele Filmschaffende erzählten uns, sie würden sogar übertarifliche Gagen vereinbaren. Schließlich handelt es sich bei den Tarifgagen auch nur um Mindestgagen. Mehr geht also immer - wenn man gut verhandelt.

    Zum Bericht

     

  • 4. FFG-Novelle

    Neues Filmfördergesetz: Soziale Mindeststandards nicht berücksichtigt

    Das Bundeskabinett hat am 23. März den von Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters vorgelegten Entwurf für ein neues Filmförderungsgesetz (FFG) verabschiedet. Der wichtigste Kritikpunkt von ver.di: Soziale Mindeststandards werden in diesem Entwurf auch weiterhin bei den Förderkriterien nicht berücksichtigt. ver.di setzt sich dafür ein, dass die in der Filmwirtschaft vereinbarten Sozialstandards Berücksichtigung bei den allgemeinen Förderungsvoraussetzungen in § 41 FFG finden, etwa als Ergänzung einer eigenen Ziffer des § 41 Abs. 1, in dem festgelegt werden soll, dass "der Hersteller darlegt, ob für die Filmproduktion ein Tarifvertrag unmittelbar gilt und zugleich die Einhaltung der darin enthaltenen Mindestregelungen gegenüber den Beschäftigten gewährleistet."

    Damit soll einer Marktverzerrung bei der Förderung von tarifgebundenen und nicht tarifgebundenen Produktionen entgegengewirkt werden. Denn häufig wird auch bei nicht tarifgebunden Produktionen mit den tarifvertraglich vereinbarten Gagen und Beschäftigungsbedingungen kalkuliert, ohne individualvertraglich dementsprechende Mindestansprüche für alle Beschäftigten zu gewähren. Das gilt insbesondere bei Kinofilmproduktionen, bei denen die finanziellen und sozialrechtlichen Folgen der Arbeitszeitregelungen, etwa bei der Abgeltung von Mehrarbeit über Zeitkonten, oftmals nicht eingehalten werden. Als Folge haben Filmschaffende Probleme, die zustehenden Ansprüche auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigungstage in vollem Maße zu erreichen. Nachzulesen hier.

    Der Regierungsentwurf ist abrufbar unter: www.kulturstaatsministerin.de/filmfoerderung.

     

  • 5. nachdenkseiten.de

    Interview auf nachdenkseiten.de zur Situation Medienschaffender

    Die Medien präsentieren sich uns in strahlendem Gewand. Ob große Zeitung oder Tatort - ihnen haftet ein Saubermann-Image an. Die Medienschaffenden verdienten gut. Mehr noch: Ihnen ginge zu gut, heißt es. Mit der Realität hat das in aller Regel wenig zu tun. In dieser trifft man tatsächlich immer häufiger auf unmenschliche Arbeitsbedingungen, die Medienschaffende in Angst und Schrecken versetzen, und der Produktion medialer Zerrbilder wohl eher zuträglich sind. Zur schwierigen Situation der Filmschaffenden interviewte der Redakteur der NachdenkSeiten, Jens Wernicke, die Juristin Ute Opritescu, die bei connexx.av, dem ver.di-Netzwerk für Medienschaffende, tätig ist und Ansprechpartnerin für die Mitglieder der ver.di FilmUnion.

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=31467 (auch als Audio-Podcast verfügbar)

     

  • 6. Filmfest Emden

    27. Filmfest Emden: Einreichungen noch bis 31. März möglich

    Für das 27. Internationale Filmfest Emden Norderney, das vom 1. bis 8. Juni 2016 stattfindet, können noch bis zum 31. März Filmbeiträge eingereicht werden. Insgesamt vergibt das auf Kino aus Nordwesteuropa spezialisierte Festival mit zuletzt über 23.500 Zuschauern Auszeichnungen im Wert von über 50.000 Euro. Darunter ist auch der DGB Filmpreis, der einen gesellschaftlich relevanten Filmbeitrag mit 7.000 Euro dotiert. Zu den zahlreichen weiteren Preisen gehört auch der vom Publikum gewählte, mit 10.000 Euro dotierte SCORE Bernhard Wicki Preis sowie der mit 12.000 Euro dotierte Emder Drehbuchpreis für bislang nicht verfilmte, deutschsprachige Drehbücher.

    Über 100 akkreditierte Fachbesucher und Medienvertreter werden in Emden und auf Norderney erwartet, Akkreditierungsanträge können noch bis zum 20. Mai unter filmfest-emden.de gestellt werden. Das vollständige Programm wird auf einer Pressekonferenz am Freitag, den 20. Mai, in Emden bekannt gegeben. Bereits am 12. Mai wird der Gewinner des diesjährigen Emder Schauspielpreises bekannt gegeben.

    Das Anmeldeformular und die Regularien zu den einzelnen Wettbewerben finden sich online unter http://www.filmfest-emden.de/

  • 7. Filmwettbewerb

    Filmwettbewerb zum Thema "Der bessere Mensch"

    Das neue interdisziplinäre Projekt der Jungen Akademie "be a better being" bringt durch einen internationalen Filmwettbewerb und einen begleitenden Blog Wissenschaft und Film in einen Austausch. Filmschaffende weltweit sind aufgerufen, Filme zum Thema "Der bessere Mensch" einzureichen. Die eingereichten Kurzfilme sollen das Thema "be a better being" in all seinen Facetten reflektieren. Alle Genres sind erlaubt: Vom narrativen Kurzfilm über Animationen bis zum Dokumentar- oder Experimentalfilm können die Beiträge Perspektiven auf den "besseren/verbesserten" Menschen aufzeigen. Die Filme sollten nicht älter als drei Jahre sein und eine Länge von ca. 15 Minuten nicht überschreiten. Einsendeschluss ist der 24. Juni 2016.

    Weitere Infos unter
    http://www.betterbeing.info

     

  • 8. Deutsch-Polnischer Filmfonds

    Deutsch-Polnischer Filmfonds: Drei Förderprojekte ausgewählt

    Im Rahmen des neuen Deutsch-Polnischen Filmfonds (DPFF) haben die Mitteldeutsche Medienförderung, das Medienboard Berlin-Brandenburg und das Polnische Filminstitut in ihrer ersten gemeinsamen Sitzung am 24. Februar drei deutsch-polnische Projekte in Höhe von insgesamt 120.000 Euro gefördert. Im Bereich Produktionsförderung wird der Dokumentarfilm "Der Prinz und der Dybbuk" (Kundschafter Filmproduktion Berlin / Film Art Production Krakau) mit 60.000 Euro unterstützt. Entwicklungsförderung in Höhe von 40.000 Euro erhält das humoristische Drama "Die Abenteuer eines Mathematikers" von Thorsten Klein (Dragonfly Films Berlin / SHIPsBOY Warschau). Ebenfalls im Bereich Entwicklung wird der Spielfilmstoff "Die Erben" (Zafilm Berlin / Amondo Films Warschau) mit 20.000 Euro gefördert.

    Nächster Einreichtermin des DPFF für Anträge auf Entwicklungs- oder Produktionsförderung für deutsch-polnische Filmvorhaben ist der 15. Juli 2016. Über die Anträge wird im September 2016 entschieden.

    Antragsformulare und weitere Informationen

     

  • 9. Urhebervertragsrecht

    Gemeinsam für ein faires Urhebervertragsrecht!

    Über 6.000 Unterschriften in wenigen Tagen zeigen: Es wird höchste Zeit, dass im Urhebervertragsrecht auf europäischer Ebene endlich die Instrumente gestärkt werden, die zum fairen Ausgleich der Interessen aller Beteiligten und damit zur Stärkung der Position der Urheber_innen und Künstler_innen führen. Der Mitte März vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf eines Gesetzes zur verbesserten Durchsetzung des Anspruchs der Urheber und ausübenden Künstler auf angemessene Vergütung bietet eine sehr gute Grundlage. Ziel muss sein, die Position der Urheber zu stärken, ohne die Geschäftsmodelle der Verwerter zu gefährden. Die Entwicklung der Medien und die wachsende Macht der Internetkonzerne verlangen ein gemeinsames Auftreten aller Protagonisten der Kultur- und Medienwirtschaft und ihrer Verwerter (wie Verleger, Produzenten, Sender), um die zukunftssichere Neuorganisation der Werkschöpfung und Werkvermittlung in der digitalen Welt gemeinsam zu schaffen.

    Am 13. Januar 2016 hatte die Europäische Kommission eine öffentliche Konsultation über die Bewertung und Modernisierung des Rechtsrahmens für die Durchsetzung der Rechte an geistigem Eigentum (IPR) gestartet. Sie läuft bis zum 15. April 2016.

    http://urheber.info/erklaerung

     

  • 10. Termine

    Mitgliederoffene Vorstandssitzung ver.di FilmUnion Berlin

    ver.di Mitglieder sind herzlich eingeladen zum Austausch mit dem Vorstand. Themen werden u.a. der Tarifabschluss für Filmschaffende und der Starke Einsatz sein. Am Dienstag, den 5. April 2016 um 19:30 Uhr in Raum 6.04 im ver.di-Haus in der Köpenickerstr. 30, 10179 Berlin.

    Anmeldung und Info:
    berlin@connexx-av.de

    Kriegsreporterin - Beruf oder Berufung?

    Mit ihrem beeindruckenden Dokumentarfilm "Hawar" sendet die junge Filmemacherin Düzen Tekkal einen Hilfeschrei in die Welt. Sie beschreibt das unfassbare Leid der Jesiden, deren Vertreibung und Ermordung durch den IS.

    Wir wollen ins Gespräch kommen mit einer Kollegin, die vielfältige Erfahrungen mitbringt: sowohl als Reporterin bei RTL im Team Wallraff als auch bei ARD und ZDF sowie im Hörfunk. Schließlich wurde sie Kriegsberichterstatterin und gefragte Expertin zu Themen wie Islamismus, Salafismus, Jesiden.

    Die dju Hessen und der ver.di Senderverband im Hessischen Rundfunk laden zu dem Gespräch ein. Dabei werden auch Ausschnitte aus dem Film gezeigt.

    Dienstag, 26. April, 17:00 - 19:00 Uhr

    Hessischer Rundfunk, Foyer Sendesaal, Bertramstraße 8, Frankfurt am Main

    Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Zur besseren Planung bitten wir aber um Anmeldungen an: anja.willmann@verdi.de

    Erster bundesweiter ARD-Freienkongress

    Die Interessenvertretungen der freien Mitarbeiter/innen in der ARD haben einen ersten bundesweiten ARD-Freienkongress initiiert. Am 22. und 23. April 2016 treffen sich Interessierte im rbb Studio A, Masurenallee 8-14, 14057 Berlin. Der zweitägige Kongress soll der Auftakt zu einer künftig jährlich stattfindenden Veranstaltung sein, die die Interessen der Freien im öffentlich-rechtlichen Rundfunk in den Mittelpunkt stellt. Bei der Premiere wird rund ums Thema "Freie im Rundfunk - wichtige Ressource oder billige Personalreserve?" diskutiert.

    https://www.facebook.com/events/1675815006040117/

  • 11. Meldungen

    Einigung über die Vergütung für PC nach altem Recht

    VG WORT und VG Bild-Kunst haben mit dem BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) einen Vergleich über die Gerätevergütung für PC, die im Zeitraum von 2001 bis 2007 (nach "altem Recht") in Verkehr gebracht wurden, geschlossen. Ein langjähriger Rechtsstreit durch alle Instanzen geht damit erfolgreich zu Ende. Die Vergütung beträgt im gesamten Vergleichszeitraum - ausschließlich für die Vervielfältigung von Text und Bild - pro Verbraucher-PC € 3,50 und pro Business-PC € 2,00. Damit konnte eine angemessene Lösung gefunden werden, die weitere gerichtliche Auseinandersetzungen überflüssig werden lässt. Wie hoch die Einnahmen für VG WORT und VG Bild-Kunst insgesamt sein werden, hängt von der Anzahl der in Verkehr gebrachten Geräte ab; die erforderlichen Zahlen werden aufgrund des Vergleichs ermittelt werden.

    Produzentenallianz mit neuen Vorständen

    Die Produzentenallianz wählte für ihre Sektion Fernsehen erneut Alexander Thies (nfp neue filmproduktion) zum Vorsitzenden, neue Stellvertreterin wurde Barbara Thielen (Ziegler Film). In der Sektion Kino bleiben Uli Aselmann (die film gmbh) und Stellvertreterin Meike Kordes (Kordes & Kordes Film) an der Spitze.

    http://www.produzentenallianz.de

    Bavaria-Salto: neuer Standort in Berlin

    Salto rückwärts oder vorwärts? Erst wurde die Abwicklung der Tochterfirm Askania Media bekannt, zum 1. Februar wurde eine Niederlassung in Berlin gegründet, für deren Leitung TV-Produzent Ivo-Alexander Beck (Ninety-Minute Film GmbH) zuständig ist.

    http://www.dwdl.de/nachrichten/54509/bavaria_expandiert_mit_neuem_standort_in_berlin/

    Vergütungsregeln Kinofilm vereinbart

    Am 11. März haben die Allianz Deutscher Produzenten - Film und Fernsehen e. V. und der Bundesverband Regie e. V. (BVR) erstmals Gemeinsame Vergütungsregeln gemäß § 36 UrhG unterzeichnet, die die Regie-Gagen und Erfolgsbeteiligungen der Regisseure/innen definieren. Vereinbart wurden in Abhängigkeit von der Höhe der Produktionsbudgets mindestens zu zahlende Regie-Gagen sowie Erfolgsvergütungen, die bei einem besonderen Erfolg der jeweiligen Produktion im Kino zu bezahlen sind, sobald der Produzent weitere Erlöse vom Verleiher des Filmes erhält. Bezahlte Erfolgsboni sind dann auf den Erlösbeteiligungsanteil der Regie aus dem Ergänzungstarifvertrag, den die Produzentenallianz mit ver.di abgeschlossen hat, anzurechnen.

    Der vollständige Wortlaut der Vergütungsregeln hier:

    www.produzentenallianz.de/gvr

    Filmprojekt "Wer rettet wen?": Aufklärung hilft!

    "Wer rettet wen?" ist kein weiterer Banken- oder Eurorettungsfilm. Er deckt auf, was bei allen "Rettungen" bis zum heutigen Griechenlanddrama weitgehend verborgen blieb: Die radikale Veränderung der Gesellschaften in Europa. Treffend formuliert das im Film Mario Draghi, der als einstiger Goldman Sachs-Vizepräsident und EZB-Präsident die Wirtschaft des Euroraums lenkt: "Das europäische Sozialmodell ist Vergangenheit. Die Rettung des Euro wird viel Geld kosten. Das bedeutet, vom europäischen Sozialmodell Abschied zu nehmen." Der Film sorgt für Aufklärung über die Zusammenhänge, die in Europa zur systematischen Umverteilung von unten nach oben führen.

    Der Film "Wer rettet wen?" wurde bereits bei über 700 Filmveranstaltungen in Deutschland gezeigt und soll sich noch weiter verbreiten. Mehr Infos und wie Vorführungen einfach organisiert werden können, gibt es unter

    www.wer-rettet-wen.org

    Petition an ARD und ZDF: Für faire Bezahlung und Tariftreue

    Bereits knapp 1.600 Menschen haben die Petition unterzeichnet: Es geht um die tariftreue und faire Bezahlung von Filmschaffenden und die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes. Die Petition soll Sender und Filmförderung zum Tarifvertrag verpflichten. Der Petitionsbrief richtet sich an ARD/ZDF-Intendant Tom Buhrow sowie seine Amtskollegen der öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland. Hier kann die Petition unterzeichnet werden:

    https://www.change.org/p/intendanten-ard-zdf-tariftreue-und-faire-bezahlung-für-filmschaffende-und-einhaltung-des-arbeitszeitgesetztes

  • 12. Rechtsecke

    BSG-Urteil: Kommunalpolitische Tätigkeit ist keine "Erwerbstätigkeit"

    Stärkung des Ehrenamts durch das Bundesozialgericht (BSG): Die Absicherung über die Künstlersozialkasse (KSK) darf durch die Übernahme eines Ehrenamtes (z.B. in der Kommunalpolitik) nicht infrage gestellt werden, urteilte das BSG am 16.2.2016. Wer Einkünfte aus Sitzungsgeldern und Aufwandsentschädigungen hat, die über der Geringfügigkeitsgrenze der KSK (450 Euro monatlich) liegen, kann demnach weiter KSK-versichert bleiben.

    http://www.dgbrechtsschutz.de/recht/sozialrecht/krankenversicherung/bundessozialgericht-ehrenamtliche-kommunalpolitische-taetigkeit-nicht-erwerbsmaessig/

    Scheinselbstständig I: Kameramann ist Arbeitnehmer einer Rundfunkanstalt

    Ein Kameramann gilt als abhängig Beschäftigter einer Rundfunkanstalt, obwohl er sich selbst über eine Arbeitnehmerverleih-GmbH verliehen hat. Das entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig Holstein. Im konkreten Fall ging es um einen Kameramann, der freiberuflich für eine Rundfunkanstalt tätig, war. Aufgrund einer internen Vorschrift durfte er maximal 60 Tage im Jahr für die Anstalt arbeiten. Deshalb wurde ihm vom Produktionschef des Senders nahegelegt, eine Arbeitnehmerverleih-GmbH zu gründen und sich selbst als "Arbeitnehmer" an die Rundfunkanstalt zu verleihen. Doch der "Leiharbeiter" klagte später auf Anstellung und bekam Recht: Der Kameramann sei aufgrund der Dauer, des Umfangs und der Art seiner Tätigkeit als Arbeitnehmer der Rundfunkanstalt anzusehen. Die zuständigen Mitarbeiter der Anstalt hätten bewusst versucht, die Schutzvorschriften des Arbeitsrechts zum Nachteil des Kameramanns zu umgehen, so die Richter (LAG Schleswig-Holstein, 01.12.2015 - 1 Sa 439b/14 -)

    http://www.gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de/jportal/portal/t/2o3m/page/bsshoprod.psml

    Scheinselbstständig II: Sozialversicherungsbeiträge für eine Reinigungskraft

    Für Reinigungskräfte besteht eine Pflicht zur Abführung pauschaler Sozialversicherungsbeiträge, entschied das Sozialgericht Detmold. Das Gericht verwies darauf, dass der sozial-versicherungsrechtliche Status nicht vom Arbeitgeber nach seinen Vorstellungen festgelegt werden kann. Im konkreten Fall hatte eine Selbstständige Reinigungsleistungen erledigt und in Rechnung gestellt.

    Nach einer Streitigkeit beauftragte der Rentenversicherungsträger die Krankenkasse mit der Prüfung der Versicherungspflicht. Diese ergab, dass ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis vorliege und die Arbeitgeberin entsprechende Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten hat. (Sozialgericht Detmold, 02.09.2015 - S 5 KR 286/12)

    http://www.kostenlose-urteile.de/SG-Detmold_S-5-KR-28612_Pflicht-zur-Abfuehrung-pauschaler-Sozialversicherungsbeitraege-fuer-eine-Reinigungskraft.news22335.htm

    Arbeitsecke im Wohnzimmer bleibt Privatsache...

    Wer als Selbstständiger zu Hause arbeitet, dafür aber keinen separaten Raum hat, bleibt auf den Kosten steuerlich weiterhin sitzen. Das geht aus einer Grundsatzentscheidung hervor, die der Bundesfinanzhof (BFH) am 27.1.2016 getroffen hat. Die Kosten für eine "Arbeitsecke" in einem Wohnraum oder für einen Arbeitsraum, der auch privat genutzt wird, stellen keine Betriebsausgaben dar. (BFH GrS 1/14 vom 27.7.2015, veröffentlicht am 27.1.2016).

    http://www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?id=56a9e9a658bb7&akt=news_steuern&view=&si=56f2ee4dc1362&lang=1

    ... und die Esstischgruppe ist nicht als "Büroeinrichtung" absetzbar

    Analog entschied auch das Finanzgericht Rheinland-Pfalz: Hier ging es um einen Esszimmertisch mit sechs Stühlen, den ein Selbstständiger auch für betriebliche Arbeiten und vereinzelte Besprechungen mit Kunden nutzte. Dennoch sind die Anschaffungskosten der Sitzgruppe keine Betriebsausgaben, so das Gericht.

    http://www.kostenlose-urteile.de/FinG-Neustadt-Weinstrasse_6-K-199614_Esstischgruppe-nicht-als-Bueroeinrichtung-steuerlich-absetzbar.news22357.htm

  • 13. Impressum | Abo

    Die ver.di FilmUnion will mit diesem Newsletter für bessere Information und Transparenz bei den Beschäftigten der Produktionswirtschaft von Film und Fernsehen sorgen. Insbesondere greifen wir film- und sozialpolitische Themen auf. Die ver.di FilmUnion bildet das gewerkschaftliche Netzwerk von Film- und Fernsehschaffenden und allen anderen Beschäftigten in Produktions-, Dienstleistungs- und Studiobetrieben. Wir treten für Kunstfreiheit, gerechte Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung und vor allem die Umsetzung tariflicher Bestimmungen ein. Als vorrangiges Ziel streben wir eine integrierte Interessenvertretung der Film- und Fernsehbeschäftigten in der zergliederten Branche gegenüber Sendern, Produzenten und der Politik an.

    Der ver.di-FilmUnion-Newsletter erscheint alle zwei Monate. Wer den ver.di-FilmUnion-Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann sich hier abmelden: https://filmunion.verdi.de/service/newsletter.

    Bei Fragen, Anregungen oder Kritik sind wir erreichbar:
    ver.di FilmUnion & connexx.av GmbH
    c/o ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg
    Kathlen Eggerling
    Köpenickerstr. 30
    10179 Berlin
    fon: 030.88665416, fax: 030.88665935
    mail: kathlen.eggerling@connexx-av.de

    Texte: Gundula Lasch

    Redaktion: Kathlen Eggerling
    Impressum und V.i.S.d.P.:
    Matthias von Fintel, Geschäftsführer
    connexx.av GmbH
    c/o ver.di
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin

    http://www.verdi-filmunion.de
    http://connexx-av.de
    http://www.facebook.com/connexx.av