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Newsletter 01/2015

Newsletter 01/2015

vom 16. Januar 2015

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir hätten euch gern ganz unbefangen ein gutes neues Jahr gewünscht, doch das will nicht so recht klappen. Denn die Morde an den »Charlie Hebdo«-Mitarbeitern und Supermarktbesuchern und die Versuche, diese für eine fremdenfeindliche Stimmung zu instrumentalisieren, verurteilen wir zutiefst. Deshalb stellen wir eine gemeinsame Stellungnahme von ver.di mit anderen Verbänden an die erste Stelle dieses Newsletters und verweisen dort auch auf ein Spendenkonto, das die französischen Journalistengewerkschaften für die Angehörigen eingerichtet hat.

Danach widmen wir uns auch den Filmthemen. Zum Filmfrühstück und zu einer Informationsveranstaltung zur Altersversorgung von Filmschaffenden laden wir während der Berlinale ein und freuen uns dort auf viele interessante Begegnungen mit euch. Wir erzählen von unseren letzten Setbesuchen, kritisieren die Kürzung des DFFF und suchen in Hamburg Filmschaffende, die in einer Arbeitsgruppe zum Tarifvertrag für Film- und Fernsehschaffende mitwirken wollen.

Eure ver.di FilmUnion

http://filmunion.verdi.de
http://connexx-av.de
http://www.facebook.com/connexx.av

Inhalt

  1. »Charlie Hebdo«
    Presse- und Rundfunkfreiheit verteidigen, Hilfe für Angehörige
  2. Berlinale I – FilmFrühstück
  3. Berlinale II – Altersvorsorge durch die Pensionskasse Rundfunk ... auch für Filmschaffende
  4. Arbeitsgruppe Tarif in Hamburg sucht Verstärkung
  5. ver.di-Kritik an DFFF-Kürzung: »Die Regierung spart den Kinofilm kaputt«
  6. Setbesuche: »Voll gut, dass ihr hier seid«
  7. Meldungen
  8. Impressum | Abo
  • 1. »Charlie Hebdo«

    Presse- und Rundfunkfreiheit verteidigen
    Hilfe für Angehörige

    Der Anschlag auf die Zeitschrift »Charlie Hebdo« hat auf grausame Weise in Erinnerung gerufen, dass die Presse- und Rundfunkfreiheit auch in Mitteleuropa kein Thema für wohlfeile Sonntagsreden ist. Sie ist ein Menschenrecht, das jederzeit gefährdet ist und selbst in gefestigten Demokratien ständig neu erkämpft und verteidigt werden muss. Nur wenn Journalisten und Redaktionen frei von Angst und äußeren Zwängen recherchieren, berichten und kommentieren können, ist der ungehinderte Wettstreit der Meinungen möglich, ohne den eine offene, demokratische Gesellschaft nicht denkbar ist.

    Jede Art von Gewalt, Drohungen, pauschalen oder gezielten Diffamierungen gegen Medien und deren Vertreter ist damit unvereinbar. Auch Journalisten und Medien müssen sich der Kritik stellen – das ist wesentlicher Teil des gesellschaftlichen Diskurses in einer Demokratie. Aber Kritik darf nicht in Drohungen oder Gewalt umschlagen.

    Wie die Europäische Journalistenföderation EJF mitteilt, haben die französischen Journalistengewerkschaften ein Spendenkonto für die Hinterbliebenen der ermordeten Zeichner und Journalisten von »Charlie Hebdo« eingerichtet.

    Zum Spendenkonto | Gemeinsame Stellungnahme

  • 2. Berlinale I – FilmFrühstück

    Am ersten Sonnabend der Berlinale lädt die ver.di FilmUnion auch in diesem Jahr wieder herzlich alle filmschaffenden ver.di-Kolleginnen und -Kollegen sowie Freundinnen und Freunde ein. In der »Stadtklause« tischen wir ein rustikales Frühstück auf und laden zum Austausch über unsere Arbeit ein.

         7. Februar 2015 – ab 11:00 Uhr
         »Stadtklause«
         10963 Berlin, Bernburger Straße 35
         (nähe S Anhalter Bahnhof)

    Anmeldungen bitte an berlin@connexx-av.de

  • 3. Berlinale II – Seminar Altersvorsorge

    Altersvorsorge durch die
    Pensionskasse Rundfunk ... auch für Filmschaffende

    Die Gedanken an das Alter und die geringe Aussicht auf die Rente schieben wir gern vor uns her. Aber die staatliche Rente wird immer geringer. Wie lässt sich also die Versorgungslücke am besten schließen? Private Rentenversicherungen nützen vor allem: den Versicherern. Der freie Anlagemarkt bringt kaum Zinsen.

    Hier greift die Pensionskasse Rundfunk bei allen, die für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk – auch für Auftragsproduktionen – auf Produktionsdauer beschäftigt, tätig sind. Die Pensionskasse Rundfunk funktioniert anders als herkömmliche Versicherungen – und ausschließlich zu Gunsten für die Versicherten!

    Wie es geht und warum die Pensionskasse genau das Richtige für Dich ist, erklärt anschaulich und ausführlich Iris Gebing von der Pensionskasse Rundfunk.

         Montag, 9. Februar 2015
         11:00 bis 14:00 Uhr
         ver.di Bundesverwaltung
         10179 Berlin, Paula-Thiede-Ufer 10
         Raum: Tucholsky-Woolf (7.A)

    Die Veranstaltung ist ein gemeinsames Angebot von ver.di FilmUnion, die Filmschaffenden und BFFS

    Anmeldungen
    erbeten bis zum 6. Februar 2015 unter berlin@connexx-av.de

    Siehe auch hier

  • 4. Arbeitsgruppe Tarif in Hamburg sucht Verstärkung

    Wer Lust hat und bereit ist, regional in der Tarifarbeitsgruppe der ver.di FilmUnion in Hamburg mitzuarbeiten, ist herzlich willkommen.

    Gesucht werden Filmschaffende, die in der Regel als auf Produktionsdauer beschäftigt für TV- und Kinoproduktionen tätig sind. Weitere Voraussetzungen sind die ver.di Mitgliedschaft oder der Wille, es zu werden.

    In welchem Gewerk Du tätig bist, spielt dabei keine Rolle. Weder musst du Rechtskenntnisse haben, noch den Tarifvertrag auswendig wissen.
    Wichtig ist allein deine Berufspraxis und dass du weißt, wo der Schuh drückt.

    Weitere Infos bei Olaf Hofmann: olaf.hofmann@connexx-av.de

  • 5. »Die Regierung spart den Kinofilm kaputt«

    ver.di-Kritik an DFFF-Kürzung

    Am 13. November 2015 entschied der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bei seiner sogenannten Bereinigungssitzung, die Mittel des DFFF von 60 Millionen auf 50 Millionen – also um 16,7 Prozent – zu kürzen (2013 hatte der DFFF sogar 70 Millionen zur Verfügung).

    Die Reduzierung erfolgt trotz Erhöhung des Gesamtetats von Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Diese verteidigte die Senkung des Förderetats. Ursprünglich sei geplant gewesen, den DFFF für das Jahr 2015 auf 30 Millionen Euro zu reduzieren. Im Jahr 2017 sollte die Förderung sogar ganz auslaufen. Nun sei der Fonds nicht mehr in Frage gestellt, was ein klares Bekenntnis zur Wirksamkeit dieses Instruments sei.

    ver.di hatte den Bundestag aufgefordert, die geplante Kürzung der Mittel für deutsche Filmproduktionen abzuwenden, die jeder kulturellen, aber auch wirtschaftlichen Vernunft widerspricht und von den Vertretern der Filmwirtschaft scharf kritisiert wird.

    »Mit 10 Millionen Euro Förderung können mindestens drei bis fünf Kinofilme in internationaler Koproduktion entstehen. Die Kürzung ist auch völlig unverständlich, weil jeder Euro aus dem Fördertopf binnen kurzer Zeit knapp verdoppelt in den Staatshaushalt zurück fließt. Denn beim Dreh und der Produktion eines Filmes an hiesigen Produktionsstandorten fallen regelmäßig Umsätze im bis zu fünffachen Umfang an, die daraus resultierenden Steuern sind schneller und sicherer wieder beim Staat als bei jeder anderen Subvention«, sagte Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender.

    Monika Grütters war ursprünglich mit dem Versprechen angetreten, den DFFF auf mindestens 70 Millionen Euro aufzustocken. Die Kürzung ist fatales Signal für die Filmwirtschaft und Produktionsstätten in Babelsberg, München, Köln und Hamburg. Gerade Koproduktionen mit Hollywood-Firmen hängen von dieser Förderung ab, ohne die Filme wie zuletzt »Grand Budapest Hotel«, »Monuments Men« oder zahllose Arthouse-Filme nicht entstanden wären.

    Für die Zukunft bedeutet die Kürzung weniger Beschäftigung für die hierzulande rund 25.000 Filmschaffenden und weniger großes Kino made in Germany. Wie der rbb berichtete, zeigen sich internationale Produktionen schon zögerlich in Babelsberg zu produzieren.

    Zur ver.di-Stellungnahme vom 28. Oktober 2014

  • 6. Setbesuche: »Voll gut, dass ihr hier seid«

    Vor allem Köln stand im November im Zentrum der Setbesuche. Die ver.di FilmUnion war bei der dritten Staffel der RTL-Serie »Der Lehrer« und bei der Colonia Media Produktion von »Das Beste am Braten«. »Find’ ich voll gut, dass ihr hier seid«, hieß es dort zur Begrüßung.

    Bei zwei Produktionen in Berlin und Stuttgart informierte die ver.di FilmUnion die zuständigen Behörden, um die Arbeitszeiten zu überprüfen.

    Bei den Setbesuchen interessierte viele, wann eigentlich die tarifvertraglichen Leistungen für sie gelten. Anlass der Frage sind die steten Abweichungen von der Tarifnorm in den individuellen Arbeitsverträgen, die die Filmschaffenden ausgehändigt bekommen.
    Auch Fragen zu Urlaubsansprüchen und Zuschlägen bezogen sich auf die Regelungen des Tarifvertrages. Manche berichteten, dass in den Verträgen Ansprüche ausgeklammert oder verrechnet würden. Gleichzeitig bestünde Angst davor, die Forderungen geltend zu machen.

    Die unangemeldeten Besuche der ver.di FilmUnion rief bei den Filmschaffenden ein freundliches Erstaunen hervor.

    Weitere Informationen

    Unser Tipp
    Schaut Euch den neuen Tarifvertrag genau an, die aktualisierte Version findet ihr zusammen mit anderen relevanten Tarifverträgen hier: Tarifverträge

  • 7. Meldungen


    Lauffeuer – Dokumentation
    über die Gräueltaten von Odessa am 2.Mai 2014


    In Odessa starben bei einem Brand am 2. Mai 2014 mindestens 48 Menschen. Ein rechter Mob warf Molotow-Cocktails auf das Gewerkschaftshaus, in das sich regierungskritische Aktivisten geflüchtet hatten. Nun entsteht eine Dokumentation von Ulrich Heyden und leftvision clips über dieses Schlüsselereignis des ukrainischen Bürgerkrieges.

    Heyden und leftvision suchen Unterstützung ihres Projektes.
    Mehr Informationen | Trailer 


    Von der Branche für die Branche
    Das neue Weiterbildungsprogramm des iSFF ist online

    Das iSFF zählt zu den größten Weiterbildungsträgern der Kreativbranche, dabei konzentriert es sich auf die vier Kernbereiche: Film/TV, Synchron, Sprechtheater und Musiktheater.

    Die als Vollzeitweiterbildungen angelegten Lehrgänge bieten die Möglichkeit, sich für bestimmte Berufsfelder zu qualifizieren, oder mit Hilfe erfahrener Fachkräfte aus der Branche intensiv die eigenen Fähigkeiten zu vertiefen und erweitern. Die Lehrgänge des iSFF sind zertifiziert und werden u.a. durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert.

    Das Programm für das 1. Halbjahr 2015 beinhaltet neben den populären Kursen für z.B. Schauspieler und TV-Autoren auch einige Neuerungen. So wird ab Ende März zum ersten Mal ein einführender Kurs für werdende Kameraleute angeboten. Ebenfalls neu im Programm ist der Kurs: The Cold Reading Technique nach Stella Adler, im Laufe dessen angehende Schauspieler Lesetechniken erlernen, die ihnen bei Castings für internationale Produktionen hilfreich sein können.

    Für die Workshops erhalten ver.di-Mitglieder eine Ermäßigung des Entgeltes in Höhe von 20 Prozent.

    Zum Programm


    Fortbildungswoche »Hands on xK«

    Die HFF veranstaltet vom 9.-13. März 2015 eine Woche »Hands on xK« für den Bereich Film- oder EB-Kamera, Schnitt, Maske, Ton, Games, Produktion, Postproduktion. Mit vielen Antworten auf alle Fragen, die xK zu Codecs, Workflows, Gestaltung, Equipment- und Workflowkombinationen, HDR, HFR, Displaytechnologien und vielem mehr stellen wird!

    Diese Kurswoche wird AZWV-zertifiziert, so dass sie über Bildungsgutschein zu 100% förderfähig ist. Filmschaffende, die sich für diese Förderung nicht qualifizieren, können einen Bildungsgutschein beantragen. Selbstzahler aus den filmtechnischen Verbänden bekommen bei Buchung bis zum 31. Januar 2015 einen Rabatt von 33 Prozent.

    Weitere Informationen


    Verband Technischer Betriebe für Film & Fernsehen
    und Produzentenallianz verabreden Zusammenarbeit


    Der Verband Technischer Betriebe für Film & Fernsehen und die Produzentenallianz besiegeln eine enge Zusammenarbeit, die eine politische, medienwirtschaftliche und strukturelle Kooperation ab dem 1. Januar 2015 vorsieht.

    Zu den gemeinsamen Zielen gehören unter anderem die Filmförderung auf Bundes- und Länderebene, Urheberrechtsangelegenheiten, Sicherung des Filmerbes, eine gemeinsame Positionierung bei Gesetzesinitiativen, sowie Fragen der Vertragsbedingungen zwischen Produzenten und VTFF-Unternehmen auf der einen und Auftrag gebenden Fernsehsendern auf der anderen Seite.


    ARD und Produzentenallianz
    verlängern Eckpunktevereinbarung


    Die Rundfunkanstalten der ARD und die Allianz Deutscher Produzenten – Film und Fernsehen haben ihre Eckpunktevereinbarung für ausgewogene Vertragsbedingungen bei Produktionen von Mitgliedern der Produzentenallianz um ein weiteres Jahr bis zum 31. Dezember 2015 verlängert.

    Das Eckpunktepapier setzt die Rahmenbedingungen der Vertragsgestaltung für voll finanzierte Auftragsproduktionen. Es wurde Anfang dieses Jahres auch auf Entertainment-Formate im Ersten Deutschen Fernsehen ausgeweitet und im vergangenen Jahr um eine Eckpunktevereinbarung für ARD-Dokumentationen erweitert.


    »Ausklingen« im Jahr 2016:
    SWR beendet »Bodensee-Tatort«


    Eva Mattes und Sebastian Bezzel werden noch zwei weitere Filme als ARD-»Tatort«-Kommissare in Konstanz drehen, nach 14 Jahren wird der SWR ihre Reihe auslaufen lassen.

    Derzeit lässt die SWR-Fernsehfilmchefin Martina Zöllner Konzepte für ein neues »Tatort«-Team entwickeln.


    Teurer Bond

    Der neue James Bond-Film »Spectre« liegt massiv über Budget und ist auf dem Weg, mit erwarteten Ausgaben von mehr als 300 Millionen US-Dollar einer der teuersten Filme aller Zeiten zu werden.

    So ein online-Bericht von CNN money, der sich auf geheime Geschäftsnotizen bezieht, die CNN von Hackern zugespielt wurden, die in das Sony Pictures-Netzwerk eingebrochen sind. Sony Pictures ist die Vertriebsfirma des Filmes.

    Laut der gehackten Notizen soll der Präsident der Produktionsfirma MGM, Jonathan Glickman, in e-Mails Anfang November erklärt haben, dass das derzeitige Budget von 350 Millionen US-Dollar auf 250 Millionen gekürzt werden soll. U.a. sollen Einsparungen durch Studioaufnahmen erzielt werden, kostspieligere Drehs in Rom sollen vermieden werden. Auch sollen die Dreharbeiten in Mexiko ausgeweitet werden, denn dort werden die Macher von »Spectre« fürs Drehen von den Mexikanern bezahlt.

  • 8. Impressum | Abo

    Die ver.di FilmUnion will mit diesem Newsletter für bessere Information und Transparenz bei den Beschäftigten der Produktionswirtschaft von Film und Fernsehen sorgen. Insbesondere greifen wir  film- und sozialpolitische Themen auf. Die ver.di FilmUnion bildet das gewerkschaftliche Netzwerk von Film- und Fernsehschaffenden und allen anderen Beschäftigten in Produktions-, Dienstleistungs- und Studiobetrieben.

    Wir treten für Kunstfreiheit, gerechte Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung und vor allem die Umsetzung tariflicher Bestimmungen ein. Als vorrangiges Ziel streben wir eine integrierte Interessenvertretung der Film- und Fernsehbeschäftigten in der zergliederten Branche gegenüber Sendern, Produzenten und der Politik an.

    Der ver.di-FilmUnion-Newsletter erscheint alle zwei Monate.
    Wenn Sie den ver.di-FilmUnion-Newsletter nicht mehr erhalten wollen, melden Sie ihn bitte hier ab.

    Bei Fragen, Anregungen oder Kritik erreichen Sie uns unter:
    ver.di FilmUnion & connexx.av GmbH
    c/o ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg
    Kathlen Eggerling
    10179 Berlin, Köpenicker Straße 30
    fon: 030.88665416, fax: 030.88665935
    mail: kathlen.eggerling@connexx-av.de

    Autor und Texter der Beiträge:
    Christoph Brandl

    Redaktion:
    Kathlen Eggerling

    Impressum und V.i.S.d.P.:
    Matthias von Fintel
    Geschäftsführer connexx.av GmbH
    c/o ver.di
    10179 Berlin, Paula-Thiede-Ufer 10

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