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Newsletter 06/2018

Newsletter 06/2018

vom 20. Dezember 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

immerzu ist Erntezeit in der Film- und Fernsehbranche: Ein Festival jagt das nächste, es regnet kleine und große Preise. Dabei kann man schnell vergessen, dass die übergroße Zahl der Film- und Fernsehschaffenden, der Medien- und Festivalarbeiter*innen ganz selbstverständlich ohne Tamtam und Scheinwerferkegel arbeiten – nicht selten unter Bedingungen, die sich Kinobesucher*innen und Fernsehschauende, die meist nur die Starberichterstattung in bunten Blättern und in Onlineportalen wahrnehmen, nicht annähernd vorstellen können. Umso wichtiger sind die vielen Schritte, die helfen, die Arbeitsbedingungen zu kompensieren: ver.di ist es im Verbund mit Mitstreiter*innen durch jahrelange Lobbyarbeit gelungen, die Regeln für die Arbeitslosengeld-Anwartschaft endlich zu verbessern. Auch wenn es mitunter langen Atem und starke Nerven fordert: Es lohnt sich, gemeinsam für Verbesserungen zu kämpfen, solidarisch zu sein und ein faires, gutes Miteinander zu pflegen. Und zwar das ganze Jahr über. Wir wünschen euch schöne Weihnachten, einen friedlichen Jahreswechsel, einen gute und mutigen Blick Start ins neue Jahr!

Eure ver.di FilmUnion

http://filmunion.verdi.de
http://www.facebook.com/connexx.av

 Inhalt

  1. Verbesserter Anspruch auf Arbeitslosengeld
  2. Urheberschutz statt Gratismentalität
  3. "Die Vielen!" antworten auf Drohungen gegen SchulKinoWoche
  4. EU I: Novellierte Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste
  5. EU II: EURO-Quote für Streaming-Dienste
  6. VG Bild-Kunst: Neuer Sonderfonds "Publikationsförderung"
  7. Neue Zuständigkeit für Filmföderprogramm des Bundes
  8. Drehort des Jahres 2018: Das Berchtesgadener Land
  9. Bundesarbeitsgericht stärkt Streikrecht
  10. International Emmy für Anna Schudt
  11. Deutsch-türkische Filmprojekte gefördert
  12. Talentförderprogramm „mediatalents“ vergoldet
  13. Deutscher Kinderhörspielpreis für „Eine Hand voll Sterne“
  14. Kinoprogrammpreis NRW: 64 Kinos prämiert
  15. APPLAUS für die Livemusik
  16. Impressum / Abo
  • 1. Verbesserter Anspruch auf Arbeitslosengeld

    Per Gesetz hat der Bundestag mit der Mehrheit der großen Koalition (SPD und CDU/CSU) die Hürden für den Arbeitslosengeld-I-Bezug von Kurzzeit-Beschäftigten gesenkt. ver.di hatte sich im politischen Raum immer wieder gegen die Benachteiligung verschiedener Berufsgruppen, insbesondere in der Film- und Fernsehbranche, im Theater und der IT-Branche ausgesprochen und deutliche Verbesserungen bei der verkürzten Anwartschaft auf Arbeitslosengeld gefordert. Ab dem 1. Januar 2020 können die Betroffenen nun ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld innerhalb von 30 statt bisher 24 Monaten sammeln. In dieser Zeit müssen sie Verträge vorweisen, die in der Summe mindestens sechs Monate betragen. Mehr als die Hälfte der Arbeitstage müssen aus Verträgen von nicht länger als 14 Wochen stammen. Bisher waren es 10 Wochen. Die Verdienstgrenze liegt 50 Prozent höher als bisher: zurzeit sind es 36.540 Euro, diese steigt dann auf 54.810 Euro.
    https://filmunion.verdi.de/und-action/nachrichten/++co++9f917c28-f185-11e8-8bd9-52540066e5a9

  • 2. Urheberschutz statt Gratismentalität

    Bei einer hochkarätig besetzten Fachkonferenz der Initiative Urheberrecht zum Thema „Perspektiven des Urheberrechts im Informationszeitalter“ am 19. November in Berlin plädierte die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, für einen besseren Urheberschutz auf EU-Ebene und unterstützte die geplante Reform. Der im Netz weit verbreiteten Gratismentalität erteilte sie eine Absage: „Kunst und Kultur brauchen Raum, brauchen Freiheit zur Entfaltung - einen Nährboden, auf dem schöpferische Leistungen auch im digitalen Zeitalter gedeihen können. Und dazu gehört ein Urheberrecht, das es Künstlern und Kreativen ermöglicht, von geistiger Arbeit zu leben“, so Grütters. Valentin Döring, Medienjurist bei ver.di, erklärt in „M online“, worum es bei der Urheberrechtsreform geht.
    https://mmm.verdi.de/medienpolitik/urheberrecht-licht-am-ende-des-tunnels-53645

  • 3. „Die Vielen!“ antworten auf Drohungen gegen SchulKinoWoche

    Eine für Mitte November geplante Vorführung von "Wildes Herz", dem Dokumentarfilm über die Punkband Feine Sahne Fischfilet, musste aufgrund massiver Drohungen abgesagt werden. Der Film sollte im Rahmen der SchulKinoWochen Schleswig-Holstein in Bad Schwartau gezeigt werden. Charly Hübners Film porträtiert in eindrucksvollen Bildern das Engagement der Band gegen Rechts – insbesondere in ländlichen Gebieten, in denen rechte Bewegungen die öffentlichen Räume immer mehr dominieren. Für eine gerechte, offene und solidarische Gesellschaft steht die „Hamburger Erklärung der Vielen“, die bereits von zahlreichen Personen, Organisationen und Institutionen unterzeichnet wurde. Hier kann sich jede*r – auch als Einzelperson - beteiligen:
    https://www.dievielen.de/

  • 4. EU I: Novellierte Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste

    Mit der formellen Annahme der EU Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie) ist ein weiterer Schritt zu ausgeglichenen Wettbewerbsbedingungen zwischen den verschiedenen Anbietern audiovisueller Mediendienste wie Rundfunk einerseits und Video on Demand (VoD) andererseits getan. Erstmalig werden Video-Plattformen einschließlich audiovisueller Inhalte in sozialen Netzwerken bezüglich Jugend- und Verbraucherschutz sowie Schutz vor Hassrede und illegalen Inhalten von der Richtlinie erfasst.
    https://www.medienkorrespondenz.de/politik/artikel/neue-eu-richtlinie-fuer-audiovisuelle-medien-gebilligt.html

  • 5. EU II: Euro-Quote für Streaming-Dienste

    Dreißig Prozent der Inhalte in Programmen von Fernsehsendern und Streaming-Anbietern wie Netflix, Amazon Prime, iTunes oder Maxdome müssen europäisch sein. Das haben die EU-Staaten beschlossen. Die Reform der Richtlinie für audiovisuelle Medien soll die kulturelle Vielfalt erhöhen, Inhalte aus den Mitgliedsstaaten fördern und Video-on-Demand-Plattformen anregen, in europäische Produktionen zu investieren, zB über Zahlungen in den Europäischen Filmförderungsfonds. Außerdem gelten künftig Auflagen zu Jugendschutz und Werbung auch für Videoplattformen wie YouTube und soziale Medien, bei denen Videos eine wichtige Rolle spielen. Die EU-Länder haben nun 20 Monate Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Ein gutes Erklärstück dazu liefert der Beitrag im ZDF.
    https://www.zdf.de/nachrichten/heute/was-bringt-die-eu-streaming-quote-100.html

  • 6. VG Bild-Kunst: Neuer Sonderfonds „Publikationsförderung“

    Die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst startet ein neues Programm im Bereich Fotografie, Design, und Illustration: Mitglieder der VG Bild-Kunst aus dem Bereich der Berufsgruppe II (Fotografie, Illustration und Design) können sich zur Realisierung eines Publikationsvorhabens um eine Förderung durch die Stiftung Kulturwerk bewerben. Gefördert werden sollen vorrangig Publikationen aus den Bereichen Fotografie, Design und Illustration – das können sowohl Print- als auch digitale Projekte sein.
    https://dju.verdi.de/ueber-uns/nachrichten/++co++479f6dbe-d6d6-11e8-b1e0-525400423e78

  • 7. Neue Zuständigkeit für Filmförderprogramm des Bundes

    Der German Motion Picture Fund (GMPF) wechselt vom Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in die Zuständigkeit des Kultur- und Medienstaatsministeriums. Ziel ist eine schlüssige Filmpolitik, in der die wirtschaftliche und kulturelle Filmförderung des Bundes in einer Hand gebündelt und die positive Wirkung sowohl des Deutschen Filmförderfonds (DFFF) als auch des GMPF für den Produktionsstandort Deutschland gesteigert werden. Zahlreiche herausragende Serienproduktionen wurden in den vergangenen Jahren bereits über den GMPF unterstützt, darunter auch die mehrfach preisgekrönte deutsche Kriminalserie BABYLON BERLIN. Um die Produktion international attraktiver Serien in Deutschland weiter zu fördern, stellt das Kulturstaatsministerium 2018 zehn Millionen Euro bereit.
    http://www.bundesregierung.de/filmfoerderung

  • 8. Drehort des Jahres 2018: Das Berchtesgadener Land

    Die Filmkulisse Bayern, eine Initiative von bayerischer FFF Film Commission und der Tourismus Marketinggesellschaft, zeichnet seit drei Jahren nach zahlreichen Kriterien den besten Ort bzw. die beste Region für Dreharbeiten aus. Eine Fachjury entschied sich für das Berchtesgadener Land. Ausschlaggebend sei „die große Begeisterung für das Thema Film und der Service, ein „hochprofessioneller Webauftritt, das Scouten von Motiven oder die Buchung von Hotels“ in der „Qualität einer Serviceagentur“, hieß es bei der Preisverleihung am 13.12. in München. Bisherige Preisträger waren die Stadt Nürnberg (2015), die Filmregion Tegernsee-Schliersee (2016) und die Stadt Regensburg (2017).
    http://www.fff-bayern.de

  • 9. Bundesarbeitsgericht stärkt Streikrecht

    Und wieder einmal siegte ver.di im Kampf gegen die Geschäftspraktiken des Internetriesen Amazon: Das Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 20. November erklärt Streiks auf dem zum Firmengelände gehörenden Parkplatzgelände für zulässig. DGB-Bundesvorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte dazu: „Heute ist ein guter Tag für die Beschäftigten und für ihr Grundrecht auf Streik. Mit dieser Entscheidung ist nicht nur für Amazon, sondern auch für andere Unternehmen die Lage geklärt: Das Hausrecht der Arbeitgeber reicht nicht so weit, dass damit das Streikrecht ausgehöhlt werden kann. Dass vor dem Werkstor gestreikt oder zum Streik aufgerufen wird, ist so alt und selbstverständlich wie das Streikrecht selbst.“ Übrigens: an mindestens zwei Standorten werden bei ver.di organisierte amazon-Mitarbeiter*innen in einen mehrtägigen Streik gehen. Und das mitten im Weihnachtsgeschäft. Wir senden solidarische Grüße.
    https://www.sueddeutsche.de/karriere/amazon-verdi-streik-urteil-1.4218819

  • 10. International Emmy für Anna Schudt

    Im Anschluss an das International Emmy World Television Festival vergab die International Academy of Television Arts & Sciences zum 46. Mal die International Emmy Awards. Der International Emmy für die Beste Hauptdarstellerin ging an Anna Schudt, die in „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ die Schauspielerin und Komikerin Gaby Köster verkörpert. Der Fernsehfilm beruht auf der Autobiographie von Gaby Köster, produziert wurde der Film von Zeitsprung Pictures für RTL, Regie führte Christine Hartmann, für das Drehbuch zeichnen Gaby Köster und Till Hoheneder verantwortlich. Die Düsseldorfer Schauspielerin, bekannt u.a. aus dem Dortmunder Tatort, war zuletzt im TV-Drama „Aufbruch in die Freiheit“ zu sehen, das den Produzentenpreis beim Hamburger Filmfest erhielt.
    http://www.iemmys.tv

  • 11. Deutsch-Türkische Filmprojekte gefördert

    Der Deutsch-Türkische Co-Production Development Fonds von Medienboard Berlin-Brandenburg, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und Istanbul Film Festival - Meetings on the Bridge, unterstützt durch das Türkische Kulturministerium, wählte fünf weitere deutsch-türkische Projekte zur Förderung aus. Dazu gehören u.a. „18+“ von Ceylan Özgün Özçelik und „Kar ve Ayı / Snow and the Bear“ von Selcen Ergun. Zu den aus dem 2011 gegründeten Fonds hervorgegangenen Projekten gehört z.B. Asli Özges "Auf einmal", der im Panorama der Berlinale Weltpremiere feierte.
    https://www.ffhsh.de/de/foerderung/hamburg_schleswig_holstein/weitere/Deutsch-Tuerkischer_Co-Development_Fonds.php

  • 12. Talentförderprogramm „mediatalents“ vergoldet

    nordmedia, die Filmförderung für Bremen und Niedersachsen, unterstützt seit Dezember 2016 Nachwuchsprojekte im Rahmen ihres Talentförderprogramms „mediatalents“ in Niedersachsen. Seitdem wurden insgesamt 29 Projekte mit rund 213.000 Euro gefördert. Erste Projekte können sich nun über eine erfolgreiche Auswertung freuen. So feierte der Kurzfilm „Marina“ von Julia Roesler beim DOK.Leipzig Festival seine Weltpremiere und wurde prompt mit der Goldenen Taube im Deutschen Wettbewerb geehrt. Der Dokumentarfilm über die rumänische Altenpflegerin Marina und ihre Arbeit in deutschen Privathaushalten wurde zudem mit dem Healthy Workplaces Film Award geehrt.
    https://filmfinder.dok-leipzig.de/de/film/?ID=21222&title=Marina

  • 13. Deutscher Kinderhörspielpreis für „Eine Hand voll Sterne“

    Bei den ARD Hörspieltagen in Karlsruhe am 10. November 2018 wurde der Deutsche Kinderhörspielpreis an Gudrun Hartmann vergeben. Sie hatte ihr Hörspiel „Eine Hand voll Sterne“, nach dem gleichnamigen Buch von Rafik Schami fürs Radio eingerichtet; Robert Schoen realisierte es für den Hessischen Rundfunk (in Kooperation mit dem WDR). Das Stück handelt von einem kleinen Mädchen, das mit seinen Großeltern in einem Schutzkeller in Damaskus sitzt – und während draußen die Bomben fallen, liest ihr der Opa lustige Geschichten aus seinem alten Tagebuch vor...
    https://www.filmstiftung.de/deutscher-kinderhoerspielpreis-2018/

  • 14. Kinoprogrammpreis NRW: 64 Kinos prämiert

    Die Film- und Medienstiftung vergab am 6. November insgesamt rund 450.000 Euro an 64 Kinos. Die Spitzenpreise gingen an das Kino in der Brotfabrik Bonn, die Filmpalette in Köln und das Cinema in Münster. Der mit 20.000 Euro dotierte Herbert Strate-Preis für besondere Verdienste um den deutschen Film ging in diesem Jahr an Marianne Menze, die Betreiberin der Essener Lichtburg. Prominente Schauspieler, Regisseure und Produzenten gewährten Einblicke in ihre neuen Projekte, so unter anderem Felix Binder mit ersten Bildern von der Kinoversion vom „Club der roten Bänder – Wie alles begann“.
    https://www.filmkongress.com/kinoprogrammpreis-nrw/

  • 15. APPLAUS für die Livemusik

    Mit dem Musikpreis APPLAUS (Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten) werden alljährlich Clubbetreiber und Veranstalter für ihre herausragenden Livemusikprogramme jenseits des Mainstreams ausgezeichnet. In Mannheim wurden die begehrten Preise am 14. November in drei Kategorien sowie thematischen Schwerpunkten vergeben. Spielstätten des Jahres wurden das Institut fuer Zukunft (IfZ) in Leipzig, das LOCH in Wuppertal und die Halle424 in Hamburg; einen Sonderpreis der Jury bekam „Eine Million gegen Rechts!“ vom Büro für Offensivkultur.
    http://www.initiative-musik.de

  • 16. Impressum / Abo

    Die ver.di FilmUnion will mit diesem Newsletter für bessere Information und Transparenz bei den Beschäftigten der Produktionswirtschaft von Film und Fernsehen sorgen. Insbesondere greifen wir film- und sozialpolitische Themen auf. Die ver.di FilmUnion bildet das gewerkschaftliche Netzwerk von Film- und Fernsehschaffenden und allen anderen Beschäftigten in Produktions-, Dienstleistungs- und Studiobetrieben. Wir treten für Kunstfreiheit, gerechte Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung und vor allem die Umsetzung tariflicher Bestimmungen ein. Als vorrangiges Ziel streben wir eine integrierte Interessenvertretung der Film- und Fernsehbeschäftigten in der zergliederten Branche gegenüber Sendern, Produzenten und der Politik an.

    Der ver.di-FilmUnion-Newsletter erscheint alle zwei Monate. Wer den ver.di-FilmUnion-Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann sich hier abmelden:
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    Bei Fragen, Anregungen oder Kritik sind wir erreichbar:
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    fon: 030.88665416, fax: 030.88665935
    mail: kathlen.eggerling@connexx-av.de

    Texte: Gundula Lasch

    Redaktion: Kathlen Eggerling
    Impressum und V.i.S.d.P.:
    Matthias von Fintel, Geschäftsführer
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