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Newsletter 06/2015

Newsletter 06/2015

vom 07. Oktober 2015

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
seit Wochen überschlagen sich die Meldungen über den Flüchtlingsstrom nach Europa und insbesondere Deutschland. Viele andere Themen geraten dabei in den Hintergrund, wie zum Beispiel die Situation in Griechenland nach der erneuten Wahl und die Fortführung der Schraubzwingen-Politik der EU oder die Diskussion über die Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TISA. So entsteht nicht selten der Eindruck, diese für Europa ebenso zukunftsbedeutsamen wie kontrovers diskutierten Themen werden mit Kalkül aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt.
In der letzten Septemberwoche konnten sich die rund 1.500 Delegierten und Gäste des ver.di-Bundeskongresses in Leipzig selbst ein Bild machen: In unmittelbarer Nachbarschaft ihres Tagungsortes auf dem Messegelände sind in einer benachbarten Halle knapp 2.000 Flüchtlinge untergebracht. Zwei von ihnen berichteten dem Kongress von ihrer problematischen Situation, ihren Ängsten und Nöten. Die Gewerkschafter/innen fanden Wege, diese Menschen direkt zu unterstützen. Auch in Sachen TTIP muss niemand in der Medienkonsumentenrolle verharren: Am 10. Oktober gibt es Gelegenheit, sich aktiv gegen das umstrittene Abkommen TTIP zu stellen - bei der Großdemonstration in Berlin, zu der ver.di und viele andere Verbände und Initiativen aufrufen.

Eure ver.di FilmUnion
http://filmunion.verdi.de
http://www.facebook.com/connexx.av

Inhalt

  1. Teamwechsel

  2. Raus am 10. Oktober 2015: Stoppt TTIP und Ceta - wir fahren nach Berlin!
  3. Internationale Online-Umfrage zu Arbeitsbedingungen in Film, Fernsehen und Unterhaltung
  4. Zweiter Setbesuch bei "München 7": Unterstützung für Tarifverhandlungen FFS
  5. Dicke Luft im Luftkurort
  6. Fahrradkino zum Mitmachen: The True Cost
  7. DOK Leipzig wieder mit ver.di-Preis - FilmUnion verlost Karten
  8. ver.di FilmUnion bereitet Tarifverhandlungen mit Umfrage vor
  9. Meldungen
  10. Termine
  11. Rechtsecke - Alles abgegolten mit einer Pauschalgage?
  12. Die Letzte: Der Ausflug
  13. Impressum | Abo
  • 1. Teamwechsel

    Kaum haben wir im letzten Newsletter unseren Kollegen Ingo Weerts in Köln vorgestellt, gibt es nun auch in Hamburg einen Wechsel. Wir verabschieden uns von unserem langjährigen Kollegen Olaf Hofmann, der sich nun ganz der Bildungsarbeit widmen wird. Schön, dass wir dadurch weiterhin in Verbindung bleiben und zusammenarbeiten werden! Auf seinen Platz im Team rückt der erfahrene Gewerkschafter Lars Stubbe nach, der ab jetzt auch der Ansprechpartner für die Filmschaffenden in Hamburg sein wird.

    Alle Kontakte zur ver.di FilmUnion, nicht nur in Hamburg findet ihr hier.
    .

  • 2. Raus am 10. Oktober 2015: Stoppt TTIP und Ceta!

    Vieles, was gut und richtig ist, droht TTIP auszuhebeln und abzuschaffen: Mindestlöhne, Arbeitsschutz, Regelungen bei Arbeitszeiten sowie Umweltstandards. Am 10. Oktober 2015 wollen wir in einem breiten Bündnis in Berlin gegen die Handels- und Investitionsabkommen demonstrieren.
    Es starten Sonderzüge in Aachen, Mönchengladbach, Frankfurt/Main, Stuttgart und München. Um 12 Uhr startet die Aktion mit einer Kundgebung am Berliner Hauptbahnhof / Washingtonplatz, nach der Demonstration gibt es eine der Abschlusskundgebung auf der Straße des 17. Juni. Es sollen so viele Menschen wie nur irgend möglich auf die Straße gehen, um den Befürworter/innen der Handelsabkommen die rote Karte zu zeigen!
    Um auf die Gefahren für den Kulturbereich durch TTIP aufmerksam zu machen, werden wir einen hoffentlich deutlich sichtbaren "KulturBlock" bilden. Damit dies gelingt, benötigen wir eure Unterstützung! Kommt und macht mit. Wir treffen uns um 10 Uhr am Washingtonplatz auf der Rahel-Hirsch-Straße, in der Nähe eines großen Lautsprecherturms ("Delay Tower").

    Schaut nach dem Transparent: "Kultur braucht kein TTIP"!

    Ausführliche Stellungnahme von ver.di zu TTIP, CETA und TISA.

  • 3. Online-Umfrage: Arbeitsbedingungen in Film, Fernsehen, Unterhaltung

    Die Umfrage von UNI europa media entertainment & arts, der globalen großen Schwestergewerkschaft von ver.di, richtet sich an Selbstständige, freie Mitarbeiter und Beschäftigte in Film, Fernsehen und Unterhaltung. Es geht um Fragen nach Arbeitszeit, Gesundheit und Sicherheit und kollektive Rechte. Die Ergebnisse der Umfrage werden in den Bericht "dignity @ work in Film, Fernsehen und Unterhaltung in Europa" aufgenommen und im Februar 2016 den Arbeitgeberorganisationen, Filmförderinstitutionen aus ganz Europa und der Europäischen Kommission präsentiert. Ziel ist, mit all diesen Akteuren in den Dialog zu treten, um an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu arbeiten.
    Deshalb nehmt euch bitte die rund zehn Minuten für die Teilnahme an der Umfrage und gebt den Link auch an eure Kolleg/innen weiter.
    deutsche Version der Umfrage zu Film & Fernsehproduktion

    deutsche Version der Umfrage zum Unterhaltungssektor

  • 4. Zweiter Setbesuch bei "München 7"

    Viele Fragen gab es am Set der Akzente Film & Fernsehproduktion GmbH im Studio 3 des Bayerischen Rundfunks in Unterföhring: Hier wird für die 5. Staffel von "München 7" gedreht. Nachdem ver.di im August mehrmals von Rat suchenden Filmschaffenden bei dieser Produktion kontaktiert wurde, sollte ein Setbesuch für (Auf)Klärung sorgen.
    Die dringendsten Fragen gab es vor allem zu Sonntagsarbeit und Zuschlägen nach dem TV FFS. Ebenso bestanden Unklarheiten bezüglich der Frage, ob mit "Arbeitswoche" eine Kalenderwoche gemeint ist oder was "versetzter Dreh" gemäß Tarifvertrag zu bedeuten hat. Was hilft gegen derartige Wissenslücken am besten? Klärende Gespräche und kompakte Informationen. Deshalb waren die Tarifverträge für die Hosentasche wie immer der Renner bei den Kolleginnen und Kollegen am Set. Die dortigen prägnanten Aussagen lieferten für die meisten Fragen eine schnelle "Erste Hilfe". Antworten auf die Fragen zur Sonntagsarbeit, zu Zuschlägen und zum versetzten Dreh finden sich auch in unseren FAQ zum TV FFS unter den Stichworten FAQ Tarifgebundenheit, FAQ Arbeitszeit und FAQ Urlaub.
    Das wichtigste Ergebnis dieses Setbesuchs: Die Filmschaffenden von "München 7" sind bereit, ver.di bei den anstehenden Tarifverhandlungen zu unterstützen! Sie hoffen, dass andere Filmschaffende an anderen Sets sich mit kreativen Ideen anschließen werden. Nur gemeinsam sind wir stark! Die ver.di FilmUnion sagt "Danke!" für eine Stunde hochwertige Diskussion am Set von "München 7".

    Der ausführliche Bericht zum Setbesuch bei "München 7"

  • 5. Dicke Luft im Luftkurort

    Nach diversen Bitten aus verschiedene Abteilungen der Produktion Allein gegen die Zeit machten wir einen Setbesuch beim Dreh im UN-Weltkulturerbe Kloster Wernigerode. Nach malerischer Fahrt durch den beschaulichen Harz wurden wir mit dicker Luft am Set konfrontiert - erstmal wechselten unschöne Worte die Besitzer, noch bevor wir uns beim Produktionsleiter der Askania Media GmbH vorstellen konnten.
    Während des fast vierstündigen Aufenthalts an der Base suchten viele Filmschaffende das Gespräch mit uns. Irritationen gab es zu vertraglichen Fragen der tarifgebundenen Askania Media GmbH. Viele Filmschaffenden wollten tarifkonforme 50-Wochenstunden-Verträge und waren über die angebotenen 55- bzw. 60-Wochenstunden-Verträge nicht erfreut. Auch waren Vertragspassagen missverständlich formuliert, so dass viele Filmschaffenden glaubten, ihnen stünden keine Zuschläge für Nacht-/Sonntagsarbeit zu, obwohl diese tariflich geregelt sind.


    Hier zum ganzen Bericht

  • 6. Fahrradkino zum Mitmachen: The True Cost

    Am 21. Oktober ab 20 Uhr ist es wieder soweit: Fahrradkino in der ufaFabrik Berlin. Gezeigt wird der US-amerikanische Dokumentarfilm "The True Cost" (OmU) von Andrew Morgan.
    Der Film wird mit selbst erzeugtem Strom ins Rollen gebracht: Jeweils zehn Personen radeln, während sich die anderen Zuschauer in ihre Sessel zurücklehnen können. Den Energielieferanten winkt eine kleine Erfrischung nach ihrem Einsatz, dann sind die nächsten zehn Leute dran.
    Der engagierte Film zeigt die Schattenseiten der Fast Fashion, blickt hinter die Kulissen der milliardenschweren Modeindustrie, die Lifestyle verkauft und weltweit billig produziert. Welche negativen Auswirkungen für die Menschen und die Umwelt sind damit verbunden - und gibt es Alternativen? Erzählt werden persönliche Geschichten von Menschen in den Textilfabriken; man sieht die enormen Umweltzerstörungen bei der Herstellung unserer Kleidung. Der Film macht bewusst, welche Verantwortung jede/r Einzelne beim Kauf seiner/ihrer Kleidung hat. Gefilmt wurde in zahlreichen Ländern, auf den Laufstegen und in den Slums der Welt. Ergänzt wird das Kaleidoskop durch inspirierende Interviews mit der Alternativen Nobelpreisträgerin Vandana Shiva, der Eco-Modemacherin Stella McCartney und weiteren Persönlichkeiten.
    Im Anschluss an den Film gibt es eine Gesprächsrunde mit Prof. Friederike von Wedel-Parlow, Leiterin des Masterstudiengangs "Sustainability in Fashion" der Internationalen Kunsthochschule für Mode, Esmod-Berlin und Christian Findeisen von der Greenpeace/Detox-Kampagne. Moderation: Daniel Gäsche/rbb.
    Eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung. In Kooperation mit Korina Gutsche/BLUECHILDFILM und dem ufaFabrik Berlin e.V.

  • 7. DOK Leipzig wieder mit ver.di-Preis - FilmUnion verlost Karten

    In Leipzig wartet vom 26. Oktober bis zum 1. November das 58. Internationale Festival für Dokumentar- und Animationsfilme DOK auf. Mit der neuen Festivaldirektorin Leena Pasanen wird es einige Neuerungen geben - eine der wichtigsten ist die Zusammenlegung der Wettbewerbe von Dokumentar- und Animationsfilm. Ziel ist, beide Genres nachhaltig zu stärken und ihre Verbindungen sichtbar zu machen. Das diesjährige DOK-Motto lautet "Borders and Identities", rund 150 Filme sind in der offiziellen Festivalauswahl. Besonders stark vertreten sind traditionell Dokumentarfilmländer wie Frankreich, Großbritannien oder die USA, aber auch Produktionen aus Mali, Mauretanien oder Kirgisistan sind in Leipzig dabei, ihr Publikum zu finden. Erstmalig sind in diesem Jahr Projekte aus dem transmedialen Bereich vertreten: rund 60 interaktive Arbeiten wie Webdokus, Apps und VR Games wurden beim DOK Leipzig eingereicht.
    Neben den alljährlich zu vergebenden Goldenen und Silbernen Tauben wird auch der mit 2.500 Euro dotierte ver.di-Preisträger aus den Filmen des Internationalen Wettbewerbs wieder gekürt. Die ver.di-Jury hat einen guten Riecher für besondere Filmstoffe. So wurde der ver.di-Preisträgerfilm von 2014, "Toto and his sisters" von Alexander Nanau, jetzt für den Europäischen Filmpreis nominiert. Wir haben schon gratuliert.

    Die ver.di FilmUnion verlost wieder Freikarten unter den Einsendern an berlin@connexx-av.de: 3 Freiakkreditierungen, 20 Einzelkarten sowie 3 VIP Einladungen zur Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung mit anschließendem Empfang und Party. Preisfrage: Welchen Film zeichnete ver.di 2014 aus? Einsendeschluss ist am 16.Oktober 2015. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mehr unter:
    https://filmunion.verdi.de/und-action/dok-leipzig
    http://www.dok-leipzig.de
    http://filmunion.verdi.de/und-action/nachrichten/++co++c351b6dc-5796-11e5-bedb-525400248a66

  • 8. ver.di FilmUnion bereitet Tarifverhandlungen mit Umfrage vor

    Mit einer Umfrage unter Film- und Fernsehschaffenden (FFS) hat die ver.di FilmUnion die im November beginnende Tarifverhandlungsrunde vorbereitet. Der Tarifvertrag für Filmschaffende (TV FFS) wurde fristgemäß zum Ende des Jahres gekündigt. Mehr als 800 Beschäftigte beteiligten sich an der Umfrage. Die Mehrzahl der Befragten arbeitet länger als zehn Jahre in der Branche und ist jünger als 40 Jahre. Die Hauptforderung aller Umfrage-Teilnehmer, ist die Erhöhung der Tarifgagen. Die als zweite gewichtete Forderung ist die Begrenzung der Arbeitszeiten auf maximal zwölf Stunden pro Tag.

    Nach der Umsetzung des Tarifvertrages gefragt, bemängelten die Befragten vor allem die Einhaltung der Maximalarbeitszeit. Danach werden selbst die tarifvertraglich gesetzten Höchstgrenzen, nach denen an maximal 40 Prozent der Drehtage in Fernsehproduktionen und an 80 Prozent der Drehtage in Kinoproduktionen mehr als zwölf Stunden gearbeitet werden darf, überwiegend nicht eingehalten. Auch Zuschläge für längere Arbeitszeiten werden zumeist nicht gezahlt.

    "Deutlich machen die Umfrageergebnisse auch: Die vielen Jahre der von den öffentlich-rechtlichen Sendern gedeckelten Budgets für Auftragsproduktionen haben Spuren hinterlassen. Die kommende Gebührenperiode muss finanzielle Spielräume für Preissteigerungen und mehr Drehtage bieten, damit nicht nur die Qualität der Fernsehfilme und Serien stimmt, sondern auch ein auskömmliches und auch wieder steigendes tatsächliches Einkommen bei den Filmschaffenden ankommt", betont von Fintel.

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  • 9. Meldungen

    Filmschaffende für Menschlichkeit
    Fast 5500 Filmschaffende (Juliette Binoche ist die 5,486ste Person) haben die Petition bereits unterzeichnet und erheben mit der Initiative "For a Thousand Lives: Be Human" ihre Stimme für die Menschlichkeit und appellieren an die Europäische Kommission, ihre Vertretung in Deutschland und die Regierungen aller EU-Mitgliedsstaaten, ihre Asylpolitik zu reformieren.
    Hier könnt ihr die Petition mitzeichnen:
    For a Thousand Lives: Be Human. An Appeal from European Filmmakers and Other Film Professionals for-a-1000-lives.eu

    Kinoprogrammpreise Mitteldeutschland 2015 vergeben
    Die Mitteldeutsche Medienförderung GmbH (MDM) hat ihre Kinoprogrammpreise in Höhe von insgesamt 65.000 Euro an gewerblich betriebene Kinos in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vergeben. Die festliche Verleihung fand im Rahmen der 15. Filmkunstmesse Leipzig statt. Der Hauptpreis für das beste Jahresfilmprogramm 2014 ging an das KIF - Kino in der Fabrik in Dresden. Die Auszeichnung ist mit einer Prämie in Höhe von 10.000 Euro dotiert. Weitere Preise gingen an das Luchskino am Zoo in Halle, die Kinobar Prager Frühling in Leipzig, das Kino im Schillerhof in Jena, das Luru Kino in der Spinnerei in Leipzig sowie die beiden Dresdner Filmtheater Thalia Cinema, Coffee and Cigarettes und Programmkino Ost.

    UFA Babelsberg: neue Doppelspitze
    Die beiden Filmemacher Nico Hofmann und Wolf Bauer führen die Ufa mittelfristig gemeinsam. In einem FAZ-Interview erklärten sie, dass Hofmann erst ab 2017 seinen Freund Bauer an der Spitze der UFA ablösen wird.
    http://kress.de/mail/tagesdienst/detail/beitrag/132587-ab-sofort-doppelspitze-in-babelsberg-wolf-bauer-und-nico-hofmann-steuern-ufa-gemeinsam.html

    ARD und ZDF: Neue Studie zur Mediennutzung
    Die neue Mediennutzungs-Studie von ARD und ZDF belegt, dass die konventionell-analogen Medien im Gesamtpublikum immer noch gut dastehen. Doch bei den 14- bis 29-Jährigen ist die Abkehr längst und sehr klar vollzogen: 187 Minuten pro Tag verbringt diese Generation durchschnittlich im Netz. Auf klassische Mediennutzung entfallen bei dieser jüngeren Generation tatsächlich aber "nur" 48 Minuten pro Tag. Was aber ist "klassische Mediennutzung"? Die Multifunktionalität des Web macht eine klare Definition enorm schwierig. Dennoch geht es bei den klassischen Medienhäusern jetzt vor allem darum, auf die Geräte- und Software-Plattformen zu kommen, die die Jungen nutzen.
    Zur Studie

    Klartext: Irrtümer in Sachen Netzneutralität
    Netzneutralität, der gleichberechtigte Transport aller Inhalte im Internet, war lange Zeit ein Thema für Insider. Doch nun ist der Konflikt im Useralltag angekommen und verschärft sich zwischen dem auf grenzenloser Freiheit basierenden Internet und den alteingesessenen Infrastrukturbetreibern, die ihr angestammtes Geschäftsmodell bedroht sehen. Um nicht nur Bit-Transporteur zu sein, drängen die Carrier selbst auf das Terrain der Inhalte und Anwendungen. Auch sollen Endkunden Zugangsgebühren zahlen, Dienste-Anbieter wiederum für den Transport zum Endkunden blechen. Würde sich das durchsetzen, entstünde ein Zwei- oder Mehrklassennetz; User bekämen unterschiedliche "Internets" zu sehen, je nach dem, über welchen Provider sie Zugang zum Netz haben.
    http://www.heise.de/ct/artikel/Der-stille-Machtkampf-973310.html

    ARD veröffentlicht erstmals Produzentenbericht
    Die ARD hat am 23. September erstmals einen Produzentenbericht veröffentlicht, der "die als Auftrags-, Ko- oder Mischproduktion hergestellten Fernsehproduktionen, mit deren Fertigung die Landesrundfunkanstalten dritte Produzenten unmittelbar beauftragt haben" umfasst. Der Bericht bietet eine konsistente Darstellung der Leistungen der ARD-Anstalten mit ihren Programmen und der deutschen Produzentenlandschaft. Was noch fehlt, sind Angaben zu den Eigenproduktionen der Sender. Alexander Thies, Vorsitzender des Produzentenallianz-Gesamtvorstands bezeichnete dies als "Meilenstein auf dem Weg zu Transparenz".

    Kürzung des DFFF birgt Risiken
    Nachdem der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) in diesem Jahr erneut auf nunmehr nur noch 50 Mio. Euro gekürzt wurde, können in diesem Jahr möglicherweise nicht alle Anträge von Produktionen bewilligt werden. Uli Aselmann, Vorsitzender der Produzentenallianz-Sektion Kino sagte, dass manche Produzenten derzeit noch nicht wüssten, ob sie die knapp 20 Prozent ihrer Produktionsmittel noch bekommen für Filme, deren Drehstarts für Anfang/Mitte Oktober geplant seien. "Sie haben nun zwei Entscheidungsmöglichkeiten: Entweder sagen sie das Projekt ab und stoßen damit ihre Teams in Beschäftigungslosigkeit und bleiben auf den Vorkosten sitzen. Oder sie gehen das Risiko ein, die Mittel womöglich nicht zu bekommen, und gehen mit einer Unterfinanzierung in die Produktion", erklärte Aselmann im Interview mit dem Branchenmagazin Blickpunkt:Film.

    Geflüchteten Gesicht und Stimme geben...
    ...das hat sich Refugee Voices zur Aufgabe gemacht. Der Blog wurde 2013 von Daniel Lenz gegründet und sammelt Geschichten und Bilder von Flüchtlingen in Deutschland - unter tatkräftiger Mithilfe einiger Kurator/innen. So bekommt die anonyme Masse Gesicht und Stimme.
    Zum Blog

  • 10. Termine

    ver.di FilmUnion Hamburg: Treffpunkt Filmschaffende
    »Pensionskasse für Film- und Fernsehschaffende - Altersvorsorge leicht gemacht«
    Das Thema Altersvorsorge ist überhaupt kein Filmthema - schon klar, aber deshalb nicht unbedeutend für die Filmschaffenden. Berechnungen zeigen, dass Filmschaffende mit einem durchschnittlichen Verlauf ihrer Beschäftigung gerade mal auf 900 Euro bis 1.300 Euro gesetzlichen Rentenanspruch kommen.
    Da schadet es nicht, in die Pensionskasse für freie Mitarbeiter von ARD/ZDF einzuzahlen. Denn: ARD/ZDF zahlen ebenfalls für die Filmschaffenden ein, wenn sie in ihrem Auftrag produzieren.
    am 19.10.2015 um 19:30 Uhr in Der Klub, Besenbinderhof 62, 20097 Hamburg
    Anmeldung per e-Mail an hamburg@connexx-av.de wird erbeten.
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    ver.di FilmUnion Berlin: Mitgliederoffenes Treffen
    am 3.11.2015, 19:30 Uhr ver.di, Köpenicker Str. 30, 10179 Berlin
    Anmeldung per e-Mail an berlin@connexx-av.de wird erbeten.
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    Junges Filmfestival SCHLINGEL
    Das Chemnitzer Internationale Filmfestival für Kinder und junges Publikum SCHLINGEL feiert seinen 20. Geburtstag. Vom 5. bis 11. Oktober werden mehr als 100 Filme aus aller Welt gezeigt, die über aktuelle Tendenzen im Kinder- und Jugendfilm Aufschluss geben. Der Großteil von ihnen kämpft darüber hinaus in fünf Wettbewerbskategorien um den Sieg.
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    Werkleitz-Festival .move ON
    Die künstlerischen Möglichkeiten neuer und alter Medien lotet das Werkleitz-Festival .move ON vom 9. bis zum 25. Oktober in Halle (Saale) aus. Die ausgestellten Arbeiten setzen sich überwiegend mit aktuellen Technologien und deren gesellschaftlicher Relevanz, mit virtueller Realität und Fiktion sowie mit veränderten audiovisuellen Erzählstrukturen auseinander. In der zugehörigen Fachkonferenz vom 9. bis 11. Oktober 2015 können Trends und grundlegende Veränderungen der Medienwelt mit Experten und Medienschaffenden in intensiver Form diskutiert werden.
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    Filmkunsttage Sachsen-Anhalt
    Hochkarätig geht es bei den vom 14. bis zum 18. Oktober dauernden 5. Filmkunsttagen Sachsen-Anhalt weiter: in der gesamten Region werden frische Kinofilme auf Tour sein und es werden in sechs Kategorien die Filmkunstpreise vergeben. Jurypräsident ist in diesem Jahr der deutsche Regisseur David Wnendt, Schwerpunkt der gezeigten Filme wird ihr Drehort Sachsen-Anhalt sein.
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    Tour-Festival Futurale in 25 deutschen Städten
    Das Filmfestival Futurale ist Teil des Dialogprozesses Arbeiten 4.0. Mit sieben Dokumentarfilmen rund um das Thema "Zukunft der Arbeit" tourt das Filmfestival bis in den Herbst 2016 durch 25 Städte in Deutschland. Im Anschluss an die Vorführungen diskutieren Expertinnen und Experten aus der Region mit den Zuschauern.
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  • 11. Rechtsecke - Alles abgegolten mit einer Pauschalgage?

    In vielen Arbeitsverträgen von Filmschaffenden steht, dass mit der vereinbarten Gage auch etwaige Zuschlagsansprüche für Mehrarbeit, Sonn- und Feiertagsarbeit oder Nachtarbeit abgegolten sein sollen. Pauschalierungen sind jedoch nur zulässig, wenn sie für den Filmschaffenden günstiger sind und die tariflichen Mindestbedingungen nicht unterschreiten. "Die Verrechnung der Mehrarbeitszuschläge mit übertariflichen Gagenbestandteilen ist nur zulässig, wenn es einzelvertraglich vereinbart ist und die tarifvertraglichen Mindestbedingungen nicht unterschritten werden (Günstigkeitsprinzip).", so steht es im TV FFS in Tarifziffer 5.3.4.

    Ein Beispiel: Maskenbildnerin Molly Makellos hat eine Wochenpauschale über 1600,- Euro vereinbart und sämtliche Mehrarbeit soll damit abgegolten sein, auch Sonn-/Feiertagsarbeit und Nachtarbeit inklusive. Das kommt ihr zunächst wie ein guter Deal vor. Denn die Tarifgage, mit der bis zu 50 Wochenstunden vergütet sind, liegt bei 1235,- Euro. Die Arbeit erweist sich jedoch als aufwändig, der Cast ist groß und an Maskenkolleginnen wurde gespart, so dass Molly mit 60 Wochenstunden nicht hinkommt. Ihre Arbeitszeitdokumentation belegt, dass sie durchschnittlich 64 Wochenstunden arbeitet, freitags in die Nacht hinein und in manchen Produktionswochen hat sie 6 Arbeitstage, darunter auch ein Sonntag. Also rechnet Molly dann doch mal ganz genau nach: 1235,- Euro für 50 Wochenstunden, 308,75 Euro (inkl. 25% Zuschlag) für die 51. bis 60 Wochenstunde ergibt nach Tarif 1543,75 Euro für 60 Wochenstunden. Die 61. bis 64. Wochenstunden sind 13. Tagesstunden und kosten nach Tarif 60% Zuschlag, das ist pro Stunde 39,52 Euro, x 4 sind 158,08 Euro. Nach Tarif kosten 64 Wochenstunden also schon 1701,83 Euro. Für Nachtzuschläge fallen nochmal 25 % Zuschlag an. Sie sind steuerfrei und werden als Zuschlag akkumuliert, kommen also noch obendrauf. Pro Nachtarbeitsstunde zwischen 22-6 Uhr sind das 6,18 Euro Zuschlag. Der gearbeitete Sonntag schlägt mit 100 % zu Buche, also 123,50 Euro Tagesgage plus 123,50 Euro Zuschlag.
    Molly schaut sich nun noch mal ganz genau die Tarifziffer 5.3.4 an:
    Feststellung 1) - Ihre Vereinbarung ist nicht günstiger für sie, weil die tariflichen Mindestbedingungen unterschritten werden ab der 62. Wochenstunde.
    Feststellung 2) - Es dürfen nach Tarif nur Mehrarbeitszuschläge verrechnet werden. In Mollys Vertrag werden jedoch auch Sonntags-, Feiertags und Nachtzuschläge verrechnet. Diese müssten extra berechnet werden.
    Was kann Molly tun: Als Mitglied der ver.di FilmUnion kann sie die nicht abgegoltenen Ansprüche geltend machen.

    Der Tarifvertrag zum Nachlesen

  • 12. Die Letzte: Der Ausflug

    Was hat der Verein für die Rettung von Maxibechertrinkern mit Miniblase mit ver.di zu tun? Erfahrt es hier!

  • Impressum | Abo

    Impressum und V.i.S.d.P.:
    Matthias von Fintel, Geschäftsführer
    connexx.av GmbH
    c/o ver.di
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin
    Redaktion: Kathlen Eggerling
    Texte: Gundula Lasch


    Die ver.di FilmUnion will mit diesem Newsletter für bessere Information und Transparenz bei den Beschäftigten der Produktionswirtschaft von Film und Fernsehen sorgen. Insbesondere greifen wir film- und sozialpolitische Themen auf. Die ver.di FilmUnion bildet das gewerkschaftliche Netzwerk von Film- und Fernsehschaffenden und allen anderen Beschäftigten in Produktions-, Dienstleistungs- und Studiobetrieben. Wir treten für Kunstfreiheit, gerechte Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung und vor allem die Umsetzung tariflicher Bestimmungen ein. Als vorrangiges Ziel streben wir eine integrierte Interessenvertretung der Film- und Fernsehbeschäftigten in der zergliederten Branche gegenüber Sendern, Produzenten und der Politik an.

    Der ver.di-FilmUnion-Newsletter erscheint alle zwei Monate. Wer den ver.di-FilmUnion-Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann sich hier abmelden: https://filmunion.verdi.de/service/newsletter.

    Bei Fragen, Anregungen oder Kritik sind wir erreichbar:
    ver.di FilmUnion & connexx.av GmbH
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