Tarifinfo: Tarifverhandlungen für Filmproduktionen – fünfte Verhandlungsrunde mit Fortschritten bei Vier-Tage-Woche, Altersvorsorge und KI-Einsatz

© Christian von Polentz
Demo Filmschaffende 30.01.2024
05.02.2024

In der fünften Tarifverhandlungsrunde für die rund 25.000 Filmschaffenden konnten am 30. und 31. Januar zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), der Schauspielgewerkschaft BFFS und der Produzentenallianz erste Weichenstellungen erreicht werden.

Demo von Filmschaffenden vor dem Verhandlungsort hinterlässt starken Eindruck
Vor Beginn der Verhandlung hatten auf einer von BFFS und ver.di organsierten Demonstration über 250 Filmschaffende aus allen Gewerken unter dem Motto ‘Kein Film ohne uns‘ ihre Forderungen für die Tarifverhandlungen bekräftigt. Der lautstarke Protest der Kolleg*innen war für die Verhandler*innen der Produzentenallianz deutlich vernehmbar und ließ sich nicht ignorieren. Die Verhandlungsatmosphäre an den beiden Tagen war danach von deutlich stärkerer Konstruktivität geprägt als in den vier Verhandlungen zuvor. Ein großer Dank seitens der ver.di-Tarifkommission geht raus an alle Kolleg*innen, die sich an der Demonstration beteiligt haben!

Konstruktive Verhandlungen zu KI-Einsatz, Pensionskasse und 4-Tage-Woche
Es wird nun darüber weiterverhandelt, wie der Einsatz von generativer Künstlicher Intelligenz geregelt werden kann und welche Anwendungsfälle nicht akzeptabel sein werden. Auch die Ausdehnung der bisherigen Altersvorsorge für Filmschaffende in der Pensionskasse Rundfunk auf Produktionen von Privatsendern und Streaming-Diensten in einem neuen tarifvertraglichen Durchführungsverfahren wurde besprochen. Schließlich konnte auch gemeinsam ein erster Ansatz zur Einführung von 4-Tage-Wochen in Filmproduktionen gefunden werden. Offengeblieben sind aber noch einige wirtschaftlich wichtige Rahmenbedingungen eines solch neuen Arbeitszeitmodells für Filmproduktionen. Bis zum nächsten Verhandlungstermin wird auf der Grundlage der nun gefundenen Lösungsansätze weiterverhandelt und werden Vorschläge ausgetauscht. Für die weitere Verhandlung besteht allerdings noch erheblicher Dissens über mögliche Tariferhöhungen und wie diese mit einem Arbeitszeitmodell aus weniger Arbeitszeit und -tagen pro Woche und dem von ver.di geforderten Lohnausgleich zu vereinbaren sein könnten. Schließlich erwarten auch Filmschaffende einen Ausgleich für die Reallohnverluste in einer Zeit hoher Inflationsraten.

Am 1. März 2024 werden die Verhandlungen in Berlin fortgesetzt.

Mehr Infos auch auf instagram: #keinfilmohneuns

 

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