Tarifinfo: In der vierten Tarifrunde fordern die Produzenten Gagenabsenkung und sträuben sich gegen den Verzicht auf einen KI-Einsatz, der zu weniger Drehtagen führt.

© Christian von Polentz
Demo Filmschaffende 30.01.2024
16.01.2024

Zur vierten Verhandlungsrunde sind die Tarifverhandler*innen von BFFS und ver.di am 15. Januar mit den Vertreter*innen der Produzentenallianz in Berlin zusammengetroffen. Themen sollten sein, die Vorstellungen der Produzenten zu einer neuen Gagenstruktur und eine Fortsetzung des Gesprächs über einen von den Gewerkschaften BFFS und ver.di vorgeschlagenen Verzicht auf solche künftigen KI-Anwendungen, also generative Künstliche Intelligenz, die Drehtage von Filmschaffenden ersetzen würden.

Kein Stopp für KI-Produktionen statt Dreharbeiten für Cast und Team

Die Gewerkschaften hatten im Dezember erläutert, dass mit dem jetzt angestrebten Tarifabschluss auch ein zeitlich begrenzter Verzicht auf den Einsatz von KI-Anwendungen verabredet werden soll, der Schauspieler*innen und damit Drehtage für Team und Cast ersetzen könnte. Während der Laufzeit dieser Vereinbarung sollten dann Details eines Tarifvertrages für den Einsatz dieser neuen Techniken in Ruhe verhandelt werden. Für die Produzentenallianz kommt ein solches Moratorium derzeit nicht in Frage, so die Äußerung in der vierten Runde. Man könne allenfalls die Bereitschaft zur Verhandlung verabreden; einen vorläufigen Verzicht nicht.

Neue Gagenstruktur soll Gagenverzicht bringen

Die Produzentenseite hat für die Gewerkschaften überraschend eine neue Gagenstruktur mit deutlich niedrigeren Gagen für alle im Jahr 2024 und darüber hinaus ständig für Berufseinsteiger*innen gefordert. Als sogenannten Krisenmechanismus will die Produzentenallianz, dass im Jahr 2024 alle Tarifgagen um 10 Prozent gekürzt werden. Dies solle Beschäftigung bei zurückgehenden Produktionsaufträgen sichern. Dem Einwand der Gewerkschaften , dass Filmschaffende dann möglicherweise weniger Aufträge und zusätzlich auch noch weniger Gage bekämen, konnten die Produzenten nicht widersprechen. Außerdem sollen künftig Berufseinsteiger*innen einen bestimmten noch nicht genannten Prozentsatz weniger als die jetzige Tarif-Mindestgage bekommen. Für die Gewerkschaften sind beides unannehmbare Forderungen der Produzentenallianz.

Am 20. Januar um 11:00 Uhr findet eine Online-Information zum Stand der Tarifverhandlung statt: Kommt vorbei!

 

 

 
Infoveranstaltung Tarifverhandlungen FFS am 20.01.2024, 11 Uhr

 

 

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