FAQ

Was sind Ausnahmen?

Was sind Ausnahmen?

Wann darf länger als 12 Stunden gearbeitet werden?  

Mehr als 12 Stunden darf nur an einzelnen Tagen in definierten Ausnahmefällen gearbeitet werden:

  • bei zeitlich eingeschränkter Motivverfügbarkeit
    Das trifft zu, wenn z.B. ein Gerichtsgebäude, ein Flughafenterminal o.ä. nur für einen begrenzten Zeitraum als Motiv zur Verfügung steht und die Höchstarbeitszeit nicht ausreicht, um den Dreh dort abzuschließen oder bestimmte Verkehrswege oder Orte, die einer besonderen Genehmigung bedürfen, nur eingeschränkt genutzt werden können. Dabei gilt grundsätzlich, dass die Einschränkung durch Polizei oder Hausherren erfolgt.
  • bei erheblich erhöhtem Aufwand bei Massenszenen, z.B. in historischen Kostümfilmen, so dass der Dreh nicht in der normalen Zeit abgearbeitet werden kann.
  • bei höherer Gewalt, d.h. bei unabwendbaren Ereignissen wie Naturkatastrophen, Bränden, Verkehrsunfällen.
  • bei nicht planbaren Ereignissen außerhalb des Verantwortungsbereichs des Produzenten, z.B. wenn eine Hauptdarstellerin aufgrund eines ausgefallenen Fluges nicht zum vereinbarten Drehzeitpunkt erscheinen kann oder andere Ereignisse eintreten, die der Produzent nicht planen oder beeinflussen kann.

Keine Ausnahmefälle sind jedoch so genannte Schauspiel-Sperrtermine (weil sie langfristig planbar sind) oder Probleme mit der technischen Ausstattung (die der Produzent mit vorausschauender Planung für ausreichende technische Ausstattung vermeiden kann).

Ebenso kein Ausnahmefall ist es, wenn Motive seitens der Produktion aus Kostengründen zu kurz angemietet werden und das Pensum dann in überlangen Arbeitstagen abgedreht werden muss.
Siehe auch: Tarifziffer 5.2.5.3.

Ausnahmen sind nicht vorhersehbar, sie können nicht durch die Produktion behoben werden und sie kommen selten vor, nicht regelmäßig.

Wenn ihr Zweifel an der Begründung für einen überlangen Drehtag habt, wendet euch an die regionalen Ansprechpartner der ver.di FilmUnion!

Hochfrequente Serien

Nur in hochfrequenten Serien darf maximal an einem Tag der Kalenderwoche (Mo-So) bis zu 13 Stunden gearbeitet werden, Tarifziffer 5.2.5.2

Verlängerte Ruhepause

Wird ausnahmsweise über 13 Stunden gearbeitet, muss eine verlängerte tarifvertragliche Ruhezeit von zwölf Stunden statt der gesetzlichen Ruhezeit von elf Stunden zwingend eingehalten werden. Das bedeutet, nach Arbeitsende (ggf. auch nach als Arbeitszeit geltenden Fahrtzeiten) müssen mindestens zwölf statt elf Stunden Ruhezeit vorgesehen und in der Tagesdispo geplant werden, bevor die nächste Arbeitsaufnahme (auch hier ggf. als Arbeitszeit geltende Fahrzeiten beachten) angeordnet und tatsächlich angetreten wird.
Siehe auch Tarifziffer 5.2.5.4.

Zu den sonstigen Voraussetzungen siehe auch unter Höchstarbeitszeit.