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Gagenerhöhungen für Filmschaffende

Gagenerhöhungen für Filmschaffende

25. November 2021

Die tariflichen Mindestwochengagen für Filmschaffende erhöhen sich in zwei Stufen um 50 Euro ab Anfang 2022 und 35 Euro ab April 2023. Der Tarifabschluss gilt über zwei Jahre bis Ende 2023. Besonders stark wachsen damit die niedrigen Gagengruppen.

Die Tarifrunde für die etwa 25.000 Filmschaffenden in deutschen Filmproduktionen endete am 23. November erfolgreich mit einem Tarifergebnis. Die Wochengagen erhöhen sich ab dem 1. Januar 2022 um 50 Euro und ab dem 1. April 2023 um weitere 35 Euro. Die Laufzeit des Tarifabschlusses dauert bis Ende 2023, also über 24 Monate.

Filmschaffende in Auftragsproduktionen mit kurzen Beschäftigungszeiten brauchen angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten diesen Booster für ihr Einkommen.

ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel

„Mit den von uns geforderten Festbetragserhöhungen erreichen wir für Filmschaffende mit niedrigeren Wochengagen besonders starke Einkommenssteigerungen. Die zunächst 50 und nach 15 Monaten weitere Erhöhung um 35 Euro führt für Gagenhöhen von jetzt 1075 Euro bei Assistent*innen verschiedener Gewerke zur Erhöhung um acht Prozent. Und der erste Erhöhungsschritt im Durchschnitt über alle Gagenpositionen führt zu über vier Prozent Mindestgagensteigerung. Filmschaffende in Auftragsproduktionen mit kurzen Beschäftigungszeiten brauchen angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten diesen Booster für ihr Einkommen, die Filmschaffenden in ver.di haben ihn erreicht“, erklärt Matthias von Fintel als ver.di-Verhandlungsführer.

„Nach dem Kurzarbeits-Tarifvertrag von Ende März 2020 für die Phase der Stilllegung von Dreharbeiten und mit den seit September 2021 geltenden Verbesserungen bei Arbeitszeiten und vor allem Ausgleichs- und Ruhezeiten haben wir nun mit diesen starken Gagenerhöhungen in kurzer Zeit einen dritten wichtigen Schritt gemacht und auf die schwierigen Arbeits- und Rahmenbedingungen für Filmschaffende in Verhandlungen mit der Produzentenallianz eine passende Antwort gefunden,“ so von Fintel weiter.

Vereinbart wurde weiter, dass eine gemeinsame Arbeitsgruppe von ver.di und der Produzentenallianz ab dem nächsten Jahr über Veränderungen in der Systematik der Gagentabelle und einzelner Berufsbilder berät. Dabei wird es auch um die Integration von neuen Berufsbildern wie Script Supervisor gehen.

Die neue Gagentabelle mit den Mindestgagen und den jeweiligen prozentualen Wirkungen der Gagenerhöhungen:


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Tabelle mit Berufen und dazugehörigen Wochengagen ver.di Gagentabelle TV FFS 2021
Tarifabschluss für Filmschaffende. Im Hintergrund Bild von einem Filmset
© ver.di