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»Comeback der Träume« – ein Besuch am Set

»Comeback der Träume« – ein Besuch am Set

Köln, 7. Mai 2015: Bei strahlendem Sonnenschein traf die ver.di FilmUnion am Set von »Comeback der Träume« am Hafen von Köln-Mülheim ein. Die Crew war gerade in die Pause gegangen. Man aß, tauschte sich aus oder suchte Schutz vor dem grellen Licht.

Wie die Stimmung so sei, wollten wir wissen. Gut, kam prompt die Antwort, gefolgt von aufrichtiger Anerkennung für die anscheinend anständigen Produktionsbedingungen. Es würde sich soweit an alle Vorgaben gehalten, hieß es. Und die Bezahlung? Sei alles korrekt.

Nein, Moment! Nachtzuschläge würden nicht gezahlt. Aber tarifgebunden sei die Produktion, so die einhellige Meinung.

Setbesuch am 7. Mai 2015 in Köln | ver.di FilmUnion ver.di Transporter und Anhänger bestimmen das Bild am Drehort

Das hören wir natürlich gerne – zumal uns in der Regel nur Kritik zu Drehbedingungen erreicht. Gutmeinende Rückmeldungen sind da eine willkommene Abwechslung.
Aber weil zu den beiden letztgenannten Punkten doch mehrfach Fragen von den Filmschaffenden kamen, geben wir gerne dazu einige Hinweise:

Tarifbindung – Erster Anhaltspunkt für die Tarifbindung einer Produktionsgesellschaft ist immer deren Mitgliedschaft in der Produzentenallianz. Denn mit diesem Arbeitgeberverband hat die ver.di FilmUnion den TV FFS geschlossen. »Comeback der Träume« wird von Calypso Entertainment aus Köln produziert. Das Unternehmen taucht nicht in der Mitgliederliste auf.

Konsequenz? Die Filmschaffenden haben keinen unmittelbaren Anspruch auf tarifvertragliche Leistungen wie Zuschläge, Urlaub oder Arbeitszeitkonto – es sei denn, es ist individualvertraglich anderes geregelt.

Hinweis: Auch Mitglieder der Produzentenallianz können ohne Tarifbindung sein. Ob das der Fall ist, muss im Einzelfall geprüft werden, z. B. im Rahmen eines Rechtsverfahrens.

Das angesprochene Thema Nachtzuschlag verdient vor diesem Hintergrund besondere Aufmerksamkeit. Denn das Arbeitszeitgesetz schreibt zwingend für die Arbeitszeit zwischen 23 und 6 Uhr zusätzlichen Freizeitausgleich oder einen Nachtzuschlag vor (§ 6 Abs. 5 ArbZG). Die ständige Rechtsprechung hält 25 Prozent für angemessen.

Sollten diese Maßgaben bei der Abrechnung nicht beachtet werden, finden Mitglieder bei der ver.di FilmUnion kompetente, kostenlose Unterstützung.

Wir freuen uns trotzdem über einen Dreh mit guten Rückmeldungen und wünschen allen Beteiligten gutes Gelingen.