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Dicke Luft im Luftkurort

Dicke Luft im Luftkurort

Nach diversen Bitten aus verschiedene Abteilungen der Produktion Allein gegen die Zeit machten wir einen Setbesuch beim Dreh im UN-Weltkulturerbe Kloster Wernigerode.  Nach malerischer Fahrt durch den beschaulichen Harz wurden wir mit dicker Luft am Set konfrontiert – erst mal wechselten unschöne Worte die Besitzer, noch bevor wir uns beim Produktionsleiter vorstellen konnten.

ver.di FilmUnion am Set von Allein gegen die Zeit, Askania Media GmbH, in Wernigerode ver.di FilmUnion Setbesuch Allein gegen die Zeit

Während des fast vierstündigen Aufenthalts  an der Base suchten viele Filmschaffende das Gespräch mit uns. Irritationen gab es zu vertraglichen Fragen der tarifgebundenen Askania Media GmbH. Viele Filmschaffende wollten tarifkonforme 50-Wochenstunden-Verträge und waren über die angebotenen 55- bzw. 60-Wochenstunden-Verträge nicht erfreut. Auch waren Vertragspassagen missverständlich  formuliert, so dass viele Filmschaffende  glaubten, ihnen stünden keine Zuschläge für Nacht-/Sonntagsarbeit zu, obwohl diese tariflich geregelt sind.

Hier sei klargestellt, dass mit übertariflichen Gagen nur Mehrarbeitszuschläge verrechnet werden dürfen, nicht aber Zuschläge für Sonntags- und Feiertagsarbeit, Nachtzuschläge sowie bezahlte Ausgleichstage für Sonntagsarbeit.

Zusätzlich wurde von der Produktion ein Urlaubstag wegen Wetterproblemen angeordnet. Das halten wir für nicht zulässig, da Urlaub nur „aus dringenden betrieblichen Gründen“ angeordnet werden kann und laut Tarifvertrag zusammenhängend gewährt werden muss.

„Der wundersame  Zufall“, dass wir im gleichen Hotel wie Teile der Produktion wohnten, führte zu weiteren interessanten Gesprächen nach Drehschluss. An dieser Stelle wollen wir uns für das entgegengebrachte Vertrauen und die beachtliche Unterstützung  seitens vieler Filmschaffender am Set bedanken!

Am nächsten Tag versuchten wir die entstandenen Missverständnisse direkt mit der Produktion der Askania Media GmbH in Berlin zu besprechen und auszuräumen. Dabei wurde uns und allen Filmschaffenden vermittelt, dass alles gemäß Tarifvertrag FFS abgerechnet werden wird. Weil zum heutigen Zeitpunkt die Abrechnungen noch nicht vorlagen, werden wir die Entwicklungen hier aufmerksam beobachten.

Da von der Askania Media GmbH weitere unzutreffende Behauptungen aufgestellt werden, wie z.B. Beleuchter hätten keinen Anspruch auf Tarifleistungen, die Abrechnung von halben Tagen wäre tarifkonform, werden wir seitens der ver.di FilmUnion unseren Mitgliedern weitergehenden Beistand leisten.

Habt Ihr Fragen, Anregungen oder Informationen für uns? Dann wendet Euch an das Team der ver.di FilmUnion!