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Alles TOP SECRET – Setbesuch bei Edward Snowden

Alles TOP SECRET – Setbesuch bei Edward Snowden

München, 18. März 2015 – Die Postgaragen nahe der Hackbrücke beherbergten in früheren Jahren, wie der Name schon sagt, die Auslieferungsfahrzeuge der Deutschen Post, zwischenzeitig war es ein Büro und derzeit ist es ein großes Filmset. Zwar war Edward Snowden nicht in München, dennoch wird seine Geschichte nicht nur an den Originalschauplätzen gedreht, sondern auch mitten in München. Produziert wird der Streifen von den US-amerikanischen Produktionsfirmen Onda Entertainment, Endgame Entertainment sowie der deutschen KrautPack Entertainment GmbH & Co. KG, bei der auch der größte Teil des Stabs angestellt ist.

Setbesuch der ver.di FilmUnion in München am 18. März 2015 ver.di Am Set  – München, 18. März 2015

Der unangemeldete Besuch der ver.di Filmunion löste nicht nur Freudenstürme aus. KrautPack Entertainment ist nicht tarifgebunden. Daher erhofften wir uns, mit interessierten und aufgeschlossenen Stabsmitglieder ins Gespräch zu kommen. Pünktlich um 12 Uhr stellten wir uns dem diensthabenden Chef-Setrunner vor. Der Aufnahmeleiter war leider noch nicht vor Ort, dennoch herrschte bereits reges Treiben vor Ort. Zunächst wollte man uns sofort des Drehplatzes verweisen, denn angeblich würde aufgrund der amerikanischen Beteiligung alles streng geheim sein und ohne Anmeldung sowieso nichts gehen. Wir pochten auf unser gewerkschaftliches Zutrittsrechts und brachten unser Anliegen nochmal an der Cateringstation vor.

Leider wollte/durfte/konnte niemand des Stabs mit uns sprechen. Wir wurden darauf verwiesen, dass die Stimmung am Set doch prächtig wäre, dazu gab es ein charmantes Lächeln des Setrunners. Zwar saßen wirklich Teile des Stabs tiefenentspannt mit Sonnenbrillen ausgerüstet auf Bierbänken in der Sonne. Wobei aber fraglich bleibt, ob der ein oder andere nicht nur seine Augen vor den ersten Frühlingsstrahlen in München schützen wollte, sondern eventuell auch Augenringe der letzten langen und anstrengenden Drehtage verdecken wollte. Uns wurde daraufhin mitgeteilt, dass uns der Aufnahmeleiter ab 15 Uhr gerne treffen würde. Wir legten unser Informationsmaterial aus und beschlossen uns vor den Eingang der Postgaragen zu positionieren und eventuell den ein oder anderen Stabsmitarbeiter dort abzugreifen. Leider dauerte es keine fünf Minuten und uns wurde ein »Aufpasser« aus der Crew zur Seite gestellt. Noch eine halbe Stunde zeigten wir Präsenz und gingen dann vorerst.

Pünktlich zur vorgeschlagenen Uhrzeit kamen wir zurück zum Set. Augenscheinlich wurde darauf geachtet, dass kein Stabsmitarbeiter in der Nähe war. Wir wurden zwar sehr freundlich und aufgeschlossen vom Herstellungsleiter, dem Aufnahmeleiter und dem Produktionsleiter empfangen und man nahm sich auch geschlagene 45 Minuten Zeit. Zudem wurde darauf Wert gelegt, alles ins beste Licht zu rücken. Denn aufgrund des medialen Interesses sei es doch logisch, dass man sich eine schlechte Presse nicht erlauben könnte und daher sehr genau darauf achten würde, nicht mit den Gesetzen in Konflikt zu geraten. Schlussendlich bleibt dann aber dennoch der fade Beigeschmack, warum uns der Kontakt zu den Mitarbeitern so erschwert wurde.