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Setbesuch – Das Beste vom Braten (Colonia Media)

Setbesuch – Das Beste vom Braten (Colonia Media)

Köln, 11. November 2014: Keine Karnevalskalauer, sondern die Arbeit am Set führte Filmschaffende dieser Tage nach Köln. Im Belgischen Viertel, im Herzen der Stadt, produziert die Colonia Media nämlich den Film »Das Beste vom Braten«. Die ver.di FilmUnion hat dem Dreh einen Besuch abgestattet.

Setbesuch der ver.di FilmUnion 2014 J. Brückner Set in der Spichernstraße  – Wenn es früh dunkel wird, muss man eben nachhelfen

Sichtlich überrascht mit einer Mischung aus Verwunderung und Freude begrüßten die Filmschaffenden den unerwarteten Besuch. »In 15 Jahren habe ich das noch nicht erlebt. Find ich gut, dass ihr da seid«, so oder so ähnlich klang es von allen Seiten, während die eine oder der andere die Gelegenheit nutzte, ein paar Fragen zum Tarifvertrag für Film- und Fernsehschaffende (TV FFS) loszuwerden.

Dieser war gerade frisch aus der Druckerei geliefert worden und fand beim Besuch direkt seinen Weg ans Set. Viele Neuerungen hatten sich bereits rumgesprochen, zum Beispiel die Begrenzung der Arbeitszeit über die zwölfte Stunde hinaus oder die verlängerte Pausenregelung. »Auch wenn noch nicht alles perfekt ist, man merkt, es bewegt sich etwas in die richtige Richtung. Und das Signal ist deutlich«, wurden die Errungenschaften gewürdigt.

Zum TV FFS gab es auch konstruktive Kritik. Die Verständlichkeit für Nicht-Juristen halte sich in Grenzen, so der Tenor. »Ist man am Ende angekommen, weiß man nicht mehr, was am Anfang steht«. Das müsse einfacher gehen, die wichtigsten Punkte gehörten auf einer Seite.

Die Botschaft ist natürlich angekommen. Dabei muss allen Film- und Fernsehschaffenden klar sein, dass ein rechtssicherer Vertrag einer juristisch korrekten Sprache bedarf. Daneben bleibt aber durchaus Raum für ein kompaktes Infoblatt, einen »Tarifvertrag für Eilige«. Weil der für die Betroffenen so verständlich wie möglich formuliert sein soll, ist Unterstützung von diesen gerne gesehen. Wer einen Beitrag leisten möchte, melde sich einfach bei ihrer/seiner FilmUnion vor Ort.

Nicht zuletzt interessierte die Kolleginnen und Kollegen, warum oder wann dies oder jenes so, immer noch nicht oder überhaupt geregelt sei. Und ja, es stimmt. Manches hätten wir gerne besser, zum Vorteil der Filmschaffenden im Vertrag gehabt, doch konnten es schlicht nicht gegenüber den Produzenten durchsetzen.

Es bleibt die schlichte, aber grundlegend wichtige Erkenntnis, dass die ver.di FilmUnion nur so stark ist, wie ihre Mitglieder. Viele Filmschaffende machen eine breite Schulter und das bedeutet auch bessere Regelungen für diese. Die Mitgliedschaft ist darin kein Kostenpunkt, sondern der erste Schritt, mehr Einfluss zu nehmen. Noch sind wir nicht stark genug, doch das kannst du ändern.