Nachrichten

Beschäftigte bei Studio Hamburg haben das Nachsehen

Beschäftigte bei Studio Hamburg haben das Nachsehen

19.05.2020

NDR spart auch bei Studio Hamburg: Filmschaffende ebenfalls betroffen

Studio Hamburg hat in den letzten Jahren eine sehr gute Entwicklung genommen. Bereits im Wirtschaftsplan 2019 erwartete der NDR, dass aus der Tochter 1,25 Mio. € zufließen würden. Dies ist auch das Ergebnis der Arbeit der Filmschaffenden, die in der Studio Hamburg Gruppe populäre Fernsehproduktionen erstellen. Ton, Maske, Kamera, Licht, Ausstattung und viele weitere Gewerke tragen zum Erfolg von Serien, Krimis, Kindersendungen uvm bei. Und wie dankt es ihnen die NDR-Tochter? Indem sie den von ver.di für Filmschaffende vereinbarten Tarifvertrag mit Aufstockung zum Kurzarbeitergeld auf die Tarifgage im Studio Hamburg nicht anwenden will. Das ist in hohem Maße unfair!

Studio Hamburg und die Produzentenallianz

Wie viele der großen sendernahen Produzenten ist auch Studio Hamburg Mitglied und sogar im Vorstand der Produzentenalllianz, die mit ver.di die für die Filmschaffenden bundesweit geltenden (Film-)Tarifverträge aushandelt. Als klar wurde, dass die Corona-Pandemie auch den Film zum Erliegen bringen würde, haben FilmUnion und Produzentenallianz innerhalb von einer Woche einen Tarifvertrag ausgehandelt, der sicherstellt, dass die Filmschaffenden während der Kurzarbeit 100% der Tarifgage des TV FFS erhalten. Die Geschäftsführung von Studio Hamburg drängte aber auf einen Sonderweg: Ihre nur kurz zuvor abgeschlossene Betriebsvereinbarung müsse Vorrang haben. Diese besagt, dass Beschäftigte von Studio HH (also auch die auf Produktionsdauer beschäftigten Film-schaffenden der Unternehmenstöchter in der Studio Hamburg Gruppe, für die der Betriebsrat ebenfalls zuständig ist) nur 70% (bzw. 77% mit Kindern) statt 100% erhalten, sofern sie weniger als 3101 €/Monat verdienen (ansonsten gilt der gesetzliche Kurzarbeitersatz von 60/67%). Die Kolleg*innen der zur Studio Hamburg Gruppe gehörenden Real Film in Berlin haben dagegen aufbegehrt, so dass Studio HH diese Sätze dann doch noch einseitig auf 80% angehoben hat.

Gerechte Lastenverteilung!

Landauf, landab wird betont, wie wichtig auch die Kultur in dieser Krise sei. Film ist (auch) Kultur: deswegen stellt diese Regelung eine ungerechte Lastenverteilung in der Corona-Krise zu Ungunsten der Filmschaffenden bei Studio HH dar. Die FilmUnion Hamburg in ver.di fordert deshalb: NDR und Studio HH sollen, so wie in oft vielen kleineren Produktionsfirmen auch, nachträglich die Kurzarbeitsbeträge auf 100% der Tarifgagen anheben. Gleiche Bedingungen für gleiche Last – das gilt erst recht in Krisenzeiten!


Noch nicht bei ver.di?

Dann #klappeauf und Mitglied werden, denn #gemeinsamsindwirstärker!