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TV Kurzarbeit wendet Kündigungen ab

Corona-Krise am Set

TV Kurzarbeit wendet Kündigungen ab

Porträtfoto des Rechtsanwalts Marcus Sonnenschein Brehm & v. Moers Marcus Sonnenschein, Partner und Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Medienkanzlei Brehm & v. Moers

27. März 2020

Erst wenige Tage ist der von ver.di und BFFS mit der Produzentenallianz abgeschlossene Tarifvertrag für Kurzarbeit am Filmset in Kraft, da lässt sich bereits eine erste positive Bilanz ziehen.

„Seit bekannt ist, dass dieser Kurzarbeits-Tarifvertrag in wirklich sehr bemerkenswert kurzer Zeit abgeschlossen wurde, hat es in vielen Produktionen klare Entscheidungen für die Kurzarbeit und gegen Kündigungen gegeben“, sagt Rechtsanwalt Marcus Sonnenschein, Partner und Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Medienkanzlei Brehm & v. Moers. Und ergänzt: „In einigen Produktionen, die bereits in der letzten Woche Kündigungen ausgesprochen hatten, konnten auf Grundlage des Tarifvertrags sogar die Rücknahme der Kündigungen sowie die Beantragung von Kurzarbeitergeld erreicht werden.“

Dass Kündigungen sogar zurückgenommen wurden, bestätigt auch ver.di-Gewerkschaftssekretär Hikmat El-Hammouri. So geschehen etwa bei der Produktion „Der Überfall“ in Babelsberg oder beim Dreh für einen Berliner Tatort.

Sonnenschein spricht dem neuen Tarifvertrag sein ausdrückliches Lob aus, „denn damit bekommt die Branche Sicherheit. Jeder hat jetzt einen Fahrplan und weiß: so kann es gehen, so kriegen wir es durch“. Selbst nicht tarifgebundene Produktionsunternehmen würden sich mit dem Tarifvertrag auseinandersetzen, „in der Hoffnung, das Drehteam zusammenzuhalten“. An die verschiedenen Akteur*innen appelliert der Fachanwalt: „Die Branche wird ihre Probleme nur gemeinsam und nicht gegeneinander lösen.“

mh