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55. DOK: ver.di-Preis geht an Kairo-Kaleidoskop

55. DOK: ver.di-Preis geht an Kairo-Kaleidoskop

Leipzig, 3. November 2012: Die 55. Auflage des Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm DOK (29. Oktober bis 4. November 2012) im Endspurt: Bei der Preisverleihung am Abend wurden die besten Filme aus den fünf Wettbewerben gekürt sowie einige Sonderpreise vergeben.

Aufgabe der siebenköpfigen ver.di-Jury war es, ihren Preisträger des Jahres 2012 aus den 13 Filmen des Internationalen Wettbewerbs auszuwählen. Die ehrenamtliche Auswahlkommission entschied sich für "Otra Noche En La Tierra /Another Night On Earth" von David Munoz. Der 44jährige spanische Filmemacher war für sein Projekt in die ägyptische Hauptstadt Kairo gereist und hatte – ohne offizielle Drehgenehmigung – seine kleine Kamera auf den Armaturenbrettern einiger Taxis installiert. So wird der Zuschauer mitgenommen auf teilweise abenteuerliche Fahrten durch das Verkehrschaos der 17-Millionen-Metropolregion und erfährt dabei viel über die Taxifahrer und ihre Fahrgäste.

In der Laudatio der ver.di-Jury heißt es:
“Ein Land befindet sich im Umbruch. Wir erleben seine Bewohner aus unmittelbarer Nähe mit ihren Alltagssorgen und politischen Ansichten. So entsteht ein gesellschaftliches und menschliches Kaleidoskop, das politisch hochbrisant und dennoch voller Humor, Leichtigkeit und Wärme ist.
Der Film ist eine gelungene Momentaufnahme aktueller Lebensumstände in Kairo.“

ver.di (und zuvor die IG Medien) engagiert sich seit vielen Jahren als Unterstützerin und Preisstifterin für das älteste Dokumentarfilmfestival der Welt, das für politischen und künstlerischen Mut bekannt ist. Die Präsenz von ver.di ist auf der DOK unübersehbar. Die Akzeptanz ist hoch und auch das diesjährige Festival Motto "Reclaim The Vision“ (Besinne Dich auf die Vision) ist ganz im Sinne von ver.di.

So hatte Festivaldirektor Clans Danielen bei seiner Eröffnungsrede als eine seiner Visionen partnerschaftliche, faire Rahmenbedingungen für Kreative aller Genres genannt. „Wir brauchen Filmemacher und Autoren, die von ihrer Arbeit leben können“, so Danielsen.